Sagen und Legenden © Münsterland e.V./ andersart.ig

Der Teufel in der Klosterscheune

Die Story

Museum Abtei Liesborn zur Blauen Stunde © Münsterland e.V./ Philipp Fölting (KI verändert)

In der Abtei Liesborn in Wadersloh befindet sich seit 1966 ein Museum. Zuvor diente die Anlage über Jahrhunderte als eines der größten Klöster des Bistum Münsters.

Zu dieser Zeit, so erzählt man sich, habe ein Teufel dort sein Unwesen getrieben. An der Klosterscheune habe er Menschen aufgelauert, die auf dem Weg zum Kloster gewesen seien. Zwischen Bäumen und Sträuchern verborgen, soll er die Vorbeikommenden erschreckt haben.

Erst einem frommen Pater sei es gelungen, den Teufel mithilfe von Gebeten in der Klosterscheune einzusperren. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Liesborn seien darüber erleichtert gewesen und hätten die Scheune fortan gemieden.

Nur alle paar Jahre hätten einige wagemutige Burschen ihren Mut zusammengenommen und die Scheune betreten. Der Teufel aber sei dort über viele Jahre eingesperrt geblieben und habe jeden Eindringling vertrieben.

Der Überlieferung zufolge vergingen viele Jahre, bis die Scheune nach einem Blitzeinschlag vollständig niederbrannte. Manche erzählen sich, der Teufel sei dabei, in eine schwarze Rauchwolke gehüllt, davongeflogen.

Der Teufel als Gegenspieler des Glaubens

Der Teufel ist eine häufige Gestalt westfälischer Sagen. Er erscheint als Verkörperung des Bösen, wird jedoch oft von Menschen überlistet, vertrieben oder durch christliche Mittel gebannt. Historische Sagensammlungen aus Westfalen kennen zahlreiche solcher Erzählungen.

Die Liesborner Sage greift diesen Gegensatz besonders deutlich auf: Der Teufel verbreitet Angst, während ein Geistlicher ihn mithilfe von Gebeten bezwingt und einsperrt. Damit stehen sich das Übernatürlich-Bedrohliche und die schützende Kraft des Glaubens gegenüber.

Wann die Liesborner Erzählung entstand, lässt sich bislang nicht eindeutig bestimmen. Viele solcher Geschichten wurden zunächst mündlich über Generationen weitergegeben und erst im 19. Jahrhundert schriftlich festgehalten.

Der abschließende Brand der Scheune verbindet zudem ein reales, erklärbares Ereignis mit einer sagenhaften Deutung: Im aufsteigenden Rauch soll der zuvor gebannte Teufel schließlich entkommen sein.

Die Geschichte zum Hören

Mehr zum Schloss

Abtei Liesborn

Seit 1966 beheimatet das ehemalige Kloster einen wunderbareren Ort für Kultur und Begegnung: das noch recht junge, lebendige Museum Abtei Liesborn. Mit seiner beeindruckenden kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlung zählt es zu den bedeutendsten Museen in Westfalen.

Wadersloh

Urlaub mit allen Sinnen – das eröffnet dir die Gemeinde Wadersloh im Südosten des Münsterlandes. Wer aktiven Urlaub bevorzugt, kann hier Wandern, Radfahren, Reiten Tennis oder Squash spielen. Radwege führen von Wadersloh aus zu interessanten Zielen wie Lippstadt, Schloss Hovestadt bei Lippetal oder in das Tal der Lippe.

Schlösser und Burgen

Die Schlösser und Burgen sind die Schätze des Münsterlandes. In kaum einer anderen Region gibt es schönere Zeugen großer Baukunst als im Münsterland.

Weitere Sagen & Legenden

Die Weiße Dame vom Schloss Harkotten

Verfluchte Damen, ein ungewöhnliches Porträt und aufgemalte Fenster: Eine Nebelgestalt hält ein ganzes Schloss in Atem.

Der verschwundene Knabe am Schloss Raesfeld

Ein verschwundener Erbe sorgt für Unruhe: Wo ist der Knabe? WIe konnte er aus seinem verschlossenen Zimmer veschwinden?

Die Krikedilie von Haus Assen

Auf Haus Assen spukt zu jeder Vollmondnacht eine verfluchte Gräfin, die auch im Tod keine Ruhe findet.