Anna-Ida, du hast jetzt dein eigenes Projekt auf den Weg gebracht und produzierst einen Kultur-Podcast. Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Während eines FSJ Kultur soll man ein eigenständiges Projekt entwickeln. Das hatte ich quasi die ganze Zeit im Hinterkopf und habe beobachtet, welche Aufgaben das Kulturbüro hat und wie man das mit dem Projekt verbinden kann. Zu meinen Aufgaben gehört, bei Seminaren der Weiterbildungsreihe Kulturakademie Münsterland dabei zu sein und die Teilnehmer zu betreuen. Letztes Jahr gab es die Veranstaltung „Social Media Update“, die ich mit Andre Sebastian, der die Akademie organisiert und unser Kulturbüro leitet, betreut hatte. Als der Referent einzelne Social-Media-Plattformen vorstellte, kam auch das Thema Podcast auf. Der Podcast besticht dadurch, dass man ihn flexibel immer und überall hören kann und man als Macher dem Zuhörer besondere Blicke in sein Arbeitsfeld gibt. Andre fand das eine super Idee für das Kulturbüro, um das Wissen, das man dort bekommt, zu teilen. Und da ich selbst sehr gerne recherchiere, vor allem aber gerne viel rede, hatten wir quasi zeitgleich die Idee, dass ein Podcast ein tolles eigenständiges Projekt ist. Ich habe dann weiter darüber philosophiert und überlegt, was eigentlich für Außenstehende am Kulturbüro interessant wäre. Wäre es interessant, den Podcast aus meiner Sicht als FSJlerin zu machen und meinen Alltag zu beschreiben? Oder wäre es interessanter, das Kulturbüro an sich vorzustellen? Oder die Kulturregion Münsterland, in der wir unterwegs sind?
Und wofür hast du dich letztendlich entschieden, worum geht’s im Podcast?
In meinen Podcast geht es um Kultureinrichtungen und -Projekte auf dem Land: Ich erkunde das Münsterland und stelle seine Kulturorte vor, die ich durch meine Arbeit beim Kulturbüro kenne. Mein Ziel ist es, dass auch andere Menschen diese „Schätze“ entdecken oder neu entdecken.
Wie genau machst du das?
Ich fahre direkt zu den Kulturorten hin, schaue sie mir in Ruhe an und befrage die Menschen hinter den Kulissen. Dieser Aspekt ist mir besonders wichtig und macht mir auch am meisten Spaß.
Warum ist es für dich überhaupt interessant, kulturelle Einrichtungen im ländlichen Raum vorzustellen?
Ich glaube, es fehlt oft die Zeit oder auch die Muße, sich von seinen bekannten, meist zentral gelegenen kulturellen Anlaufstellen zu lösen und sich aktiv auf die Suche nach neuen Orten zu machen – besonders, wenn das mit einer kleinen Weltreise ins Ländliche verbunden ist. Ich habe diese Orte bei meinem FSJ kennengelernt und hatte sie vorher privat auch noch nicht auf dem Schirm. Und das möchte ich mit dem Podcast einfach weitergeben.
Der Podcast ist dein FSJ-Projekt, wie du gesagt hast. Du wirst aber auch noch mit einem zusätzlichen Förderprogramm unterstützt, richtig?
Genau, ich bekomme noch eine Förderung im Rahmen des Programms „land.schafft – Kultur in ländlichen Räumen“ der Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung. Ziel des Programms ist es, Einrichtungen in ländlichen Räumen sinnvoll zu unterstützen und vor allem zugänglich zu machen. Viele Einrichtungen liegen abseits der Fußgängerzone und fallen damit aus unserem Blickfeld. Wenn wir im Urlaub sind, haben wir ein ganz anderes, weiteres Blickfeld und wollen alles sehen. Zuhause meint man, alles zu kennen, und übersieht gerne mal die außergewöhnlichen Orte. Dabei lohnt sich ein zweiter Blick auf die eigene Umgebung und ihre Kulturorte doppelt und dreifach!