Charlotte Krafft war im Rahmen von stadt.land.text im Münsterland unterwegs. Als Tochter zweier Landschaftsarchitekten mit einem Faible für Science-Fiction, Horror und Fantastik fragte sie sich: „Warum beziehen und bezogen sich fast alle Zukunftsvisionen immer auf urbane Ballungszentren, und warum spielt die Entwicklung von Orten und Landschaften mit Denkmalwert kaum je eine Rolle darin? Im Münsterland ging sie der Frage nach, „ob der ländliche Raum, das Dorf, die Kleinstadt nicht gerade wegen seiner Vernachlässigung in der spekulativen Literatur auch als unbeschriebener Hoffnungsraum dienen könnte“.
Charlotte Krafft, 1991 in Berlin-Wedding geboren, seit 2013 in Berlin-Weißensee lebend, studierte Historische Linguistik und Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität und Literarisches Schreiben am Literaturinstitut Leipzig. Sie ist Gründungsmitglied der Literatur-Clique Rich Kids Of Literature, Entdeckerin der Hyperironie und war kurzzeitig Redakteurin der Literaturzeitschrift Abwärts. Währenddessen veröffentlichte sie dort den hyperironischen Abenteuerserienroman Amore Plastik. Außerdem schreibt sie mitunter Essays, Dramolette oder Erzählungen für Das Wetter, Metamorphosen und die SZ. Im Mai 2020 erschien ihr Kurzgeschichtenband „Die Palmen am Strand von Acapulco, sie nicken – Eine endlose Geschichte über den Tod in einer fremden Welt“ im Korbinian Verlag.