Alltagshelfer-Brett: In der Küche alles fest im Griff

Das Logo vom Alltagshelfer-Brett
© Gudrun Denker

Was tun, wenn plötzlich nichts mehr geht? Als Gudrun Denker nach einer Operation nur noch eine Hand benutzen konnte, wurde ihr Alltag zur Herausforderung. Aus dieser Situation entwickelte sie ein einfaches, aber geniales Hilfsmittel, das Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen Einschränkungen ein Stück ihrer Selbstständigkeit zurückgibt: das Alltagshelfer-Brett. Wie sie ihre Vision in die Tat umsetzt, erfährst du in ihrer Story.

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VON DER IDEE ZUR INNOVATION

Gudrun Denker bringt reichlich Erfahrung mit. Als ehemalige Krankenschwester und selbstständige Ergotherapeutin kennt sie die praktischen Herausforderungen im Alltag vieler Patientinnen und Patienten. Nach einer Operation, bei der sie ihre linke Hand kaum noch nutzen konnte, spürte sie am eigenen Leib, wie schwer selbst die einfachsten Handgriffe werden: eine Flasche öffnen, Gemüse schneiden, Zahnpasta auftragen.

„Ich war verzweifelt, weil ich alltägliche Dinge einfach nicht mehr hinbekommen habe“, erinnert sie sich. In einem Werkzeugkatalog stieß sie zufällig auf eine klassische Werkbank mit Kurbelspannsystem. Der Funke war sofort da. Warum nicht diese Technik für den Alltag nutzbar machen?

Gemeinsam mit einem befreundeten Tischler entwickelte sie ein Hilfsbrett, das sich an einer Werkbank orientiert, aber deutlich kleiner und leichter ist. Es wurde speziell für die einhändige Nutzung konzipiert. Das Brett fixiert Alltagsgegenstände sicher auf der Arbeitsfläche, sodass Nutzerinnen und Nutzer schneiden, rühren oder öffnen können – mit nur einer Hand.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schneidebrettern mit Dornen oder Steckvorrichtungen ist das Alltagshelfer-Brett modular, vielseitig einsetzbar und in verschiedenen Bereichen nutzbar – vom Frühstück bis zum Basteln. Es ist robust verarbeitet, individuell anpassbar und hochwertig gefertigt. Ein Produkt mit Anspruch, das seinen Preis wert ist.

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MEHR SELBSTSTÄNDIGKEIT, MEHR LEBENSQUALITÄT

Gerade Menschen mit Einschränkungen durch Rheuma, Multiple Sklerose oder andere chronische Erkrankungen gewinnen mit dem Brett ein großes Stück Selbstständigkeit zurück. Auch bei Demenz hilft es, vorhandene Fähigkeiten zu fördern. In Rehakliniken, Ergotherapiepraxen und Sanitätshäusern wird es nicht nur als Alltagshilfe, sondern auch als Trainingsgerät eingesetzt. Es unterstützt die Grob- und Feinmotorik, die Zielmotorik und die Handlungsplanung. Im Mittelpunkt steht dabei immer, Menschen zu befähigen, ihren Alltag wieder selbst in die Hand zu nehmen.

„Wenn Menschen merken, dass sie plötzlich wieder selbst etwas tun können und weniger auf die Hilfe anderer angewiesen sind, dann passiert etwas mit ihnen“, sagt Gudrun.

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VON DER IDEE ZUM PRODUKT MIT VIELEN HÜRDEN

Der Weg zur marktreifen Lösung war kein Selbstläufer. Die Beantragung des Musterschutzes brachte zahlreiche bürokratische Herausforderungen mit sich – von formalen Fehlern bis zur Abgrenzung gegenüber bestehenden Produkten. Auch die Vermarktung erweist sich als anspruchsvoll, denn das Brett erklärt sich nicht von selbst. Seine Vielseitigkeit lässt sich am besten im direkten Kontakt erleben.

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SO FLEXIBEL WIE DEIN LEBEN

Privatpersonen können das Brett direkt kaufen oder für eine begrenzte Zeit mieten – zum Beispiel nach einer temporären Verletzung wie einem Armbruch. Die Miete erfolgt auf Wochenbasis. Entscheidet sich jemand für den Kauf, wird die bereits gezahlte Miete angerechnet.

„Gerade bei zeitlich begrenzten Einschränkungen ist das Mietmodell eine gute Lösung. Und wer sich entscheidet, es doch zu kaufen, bekommt die Mietkosten innerhalb von drei Monaten angerechnet“, sagt Gudrun.

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WAS GRÜNDERINNEN UND GRÜNDER WISSEN SOLLTEN

Gudrun rät allen, die gründen wollen: Netzwerken ist Gold wert. Der Austausch mit anderen – zum Beispiel auf Messen – hat ihr nicht nur neue Kontakte gebracht, sondern auch viel Mut gemacht. Auch kostenlose Webinare, Seminare und regionale Angebote wie die der WESt, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH, waren für sie eine wertvolle Unterstützung.

Und noch etwas gibt sie mit auf den Weg: Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Lieber loslegen, Erfahrungen sammeln, aus Fehlern lernen und Schritt für Schritt wachsen.

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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