ROSE Bikes ist heute ein führender digitaler Versandhändler der Branche. Gab es in der Firmenhistorie so etwas wie die eine wichtige Entscheidung, die das Fundament für den späteren Erfolg gelegt hat?
Ich glaube, es war eher eine Vielzahl von Entscheidungen, die sich im Nachhinein als richtig herausgestellt haben. Bis weit in die sechziger Jahre waren wir ein reiner Einzelhandelsbetrieb. Das hat sich in den siebziger Jahren geändert, als wir uns zunehmend auf Rennräder spezialisiert haben. Mein Schwiegervater hat damals in Italien und später Asien Kontakte zu Herstellern aufgebaut und viel direkt importiert. Er hat sich intensiv eingearbeitet, wie die Produktion eigener Räder aussehen könnte. Wir haben dann über 30 Jahre unseren Katalog produziert und damit den Weg in den Direktversand gefunden. Es ist wichtig, eine Entscheidung im richtigen Moment zu treffen und das ist uns oft gelungen – zum Beispiel bei der Digitalisierung und in der Markenentwicklung. Wir haben früh begonnen, uns als Marke zu verstehen und uns unabhängig aufzustellen.
Was erwarten eure Kundinnen und Kunden von ROSE Bikes?
Wir stehen für guten Service. Das bringt natürlich bei dem Wachstum, was wir momentan erleben, einige Herausforderungen mit sich, denn die Service-Infrastruktur muss ja mitwachsen. Nahbarkeit ist uns auch sehr wichtig. Wir versuchen unsere Kundinnen und Kunden an vielen Stellen miteinzubinden – zum Beispiel durch attraktive Community-Events. Und selbstverständlich ist auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wichtig. Da wir direkt und ohne Zwischenhändler mit unseren Kundinnen und Kunden in Kontakt stehen, haben wir hier natürlich gute Voraussetzungen.
Was sind im Moment die größten Trends im Fahrradmarkt?
Gravelbikes sind im Moment der Riesentrend. Die sind heute das, was vor Jahren noch Mountainbikes waren. Wer cool unterwegs sein wollte, auch in der Stadt, kaufte sich damals ein MTB. Mein Gefühl ist, dass Gravelbikes jetzt so etwas wie neue Mitte werden, die alle vereint. Für uns ist das super, weil wir als Gravelbike-Marke in Deutschland in einer führenden Position sind. Aber auch E-Bikes werden für uns immer wichtiger. Sportlich ambitionierte Kundinnen und Kunden entdecken die Elektrounterstützung zunehmend für sich. Im Moment sind wir hier noch bei einem Anteil von unter 20 Prozent – der wird aber in den nächsten Jahren wachsen.