Unternehmensnachfolge | #Youngstarts Münsterland | Johannes Austermann
Nachfolger Johannes Austermann mit Popcorn
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Unternehmensnachfolge
Johannes Austermann

Interview mit Unternehmensnachfolger Johannes Austermann

Mit der Übernahme des Scala Filmtheaters in Warendorf begann Johannes Austermann seine eigenen Ideen in das Kino mit einzubringen. Er nutzte die Lockdown-Zeit für umfangreiche Renovierungen und eröffnete im unteren Bereich das Scala-Café. Der gelernte Bankkaufmann hat bisher keinen Tag der Nachfolge bereut.

Im Interview gibt der Münsterländer einen Einblick in die Zeit nach der Unternehmensübernahme.

Zwei Jahre nach dem Youngstarts-Podcast

Unser Podcast Interview liegt mittlerweile knapp zwei Jahre hinter uns. Erzähl doch mal, wie ist es dir und deinem Unternehmen seitdem ergangen?

Corona hat in der Zeit voll zugeschlagen, aber ich konnte mich mit meiner Selbständigkeit da gut durchmanövrieren. Die Warendorfer Bevölkerung hat mich durch diese schwere Zeit mitgetragen. Zum Glück sind wir auch in einem Pilotprojekt vom Land Nordrhein-Westfalen gelandet. Dadurch waren wir das erste Kino in ganz NRW, das wieder öffnen durfte. Wir haben immer wieder verschiedenste Events und Aktionen gemacht, um den Besucherinnen und Besuchern immer etwas Neues bieten zu können. Wir haben ein Naschfenster arrangiert und ein Autokino auf die Beine gestellt. Das ist auch bereichernd für mich, da ich dadurch tolle Erfahrungen sammeln konnte. Ein Warendorfer Künstler-Ehepaar hat für mein leeres Schaufenster ein Plakat entworfen, das wir später verkauft haben und woraus eine komplette Reihe mit sechs Motiven entstanden ist. Durch solche Aktionen sind wir gut durch die schwere Zeit gekommen und es hat mir Spaß gemacht, kreativ zu werden.

Keinen Tag bereut

Nachfolger Johannes Austermann vor dem Scala Filmtheater.
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Würdest du die Nachfolge noch einmal genau so angehen wie damals, oder hättest du im Nachhinein einige Dinge anders geregelt?

Ich würde es genauso wieder machen und ich habe auch noch keinen Tag bereut, meinen Vollzeit-Job bei der Sparkasse aufgegeben zu haben. Klar habe ich Fehler gemacht, aber ich habe keine großen gemacht, weil ich immer tolle Hilfe von anderen Kinobetreibern hatte. Das hat mich vor doofen Patzern bewahrt. Natürlich habe auch ich ein paar Fehler gemacht, aber die waren sehr bereichernd und ich konnte daraus lernen.

Hat sich die Beziehung zum Übergeber in den letzten Jahren verändert?

Das Verhältnis ist super. Wir tauschen uns immer noch aus. Wenn ich mal ein Problem habe, kann ich ihn immer ansprechen. Er ist total begeistert, was im Kino passiert ist und freut sich mit uns über den Erfolg. Er wohnt noch hier auf der Bühne vom Kino, also direkt hinter der Leinwand. Ihm gehört auch noch das Kino. Insofern ist er auch noch mein Vermieter. Es ist insgesamt ein harmonisches Miteinander.

Komplett renoviert

Das Café des Filmtheaters ist jetzt auch unabhängig vom Kinobetrieb geöffnet.
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Hast du in den letzten zwei Jahren irgendetwas grundlegendes am Unternehmen verändert?

Das größte, was passiert ist, ist die Café-Umstellung durch meinen neuen Vollzeit-Barista Volker, der sich jetzt im Café austobt. Außerdem haben wir die Café-Karte noch einmal ausgearbeitet. Das Café ist jetzt jeden Tag unabhängig vom Kino geöffnet. Während des Lockdowns haben wir das Kino komplett renoviert. Es gibt eine neue Bestuhlung im großen Saal, zwei neue Laserprojektoren, neue Leinwände und eine komplett neue Lüftungsanlage. Wir haben also nochmal richtig in das Kino reininvestiert - weil wir an das Kino und an seine Zukunft glauben. 

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter für dich? Gibt es Pläne für die Zukunft?

Ein nächstes Projekt ist, Eigentümer des Gebäudes zu werden, weil ich die meiste Fläche nutze und viel in das Gebäude investiere. Daher ist das für mich ein logischer nächster Schritt. Grundsätzlich würde ich gerne zwei oder drei Säle mehr haben wollen, um etwas mehr Filmvielfalt bieten zu können. Die zwei Säle sind etwas wenig. Das ist aber an einem so historischen Standort sehr schwierig. Da muss ich schauen, was machbar ist, aber ich träume schon davon, den Warendorfern mehr Programm anbieten zu können. Fest steht für mich, dass ich an diesem Standort und auch an diesem Kino festhalte, weil es ein so traditionelles Haus ist.

Hör mal rein! Johannes Austermann im Unternehmensnachfolge-Podcast

Wir besuchten Johannes Austermann in seinem Kino in Warendorf und sprachen mit ihm über seine Unternehmensnachfolge, die Herausforderungen eines Kinos, inbesondere mit Blick auf die Corona-Krise, und über das Kinoerlebnis im Allgemeinen. Wie es sich entwickelt hat und wie Johannes versucht, ein ständig neues, attraktives Angebot für seine Kunden zu schaffen, das erfahrt ihr in Folge 1 unseres Podcasts.

Gründergeist #Youngstarts Münsterland

Hinter der Produktion der Podcasts steckt das Verbundprojekt Gründergeist #Youngstarts Münsterland. Das Projekt stärkt die Gründungsintensität im Münsterland und erschließt mit seinen Angeboten neue Gründungspotenziale und Zielgruppen. Der Bereich der Unternehmensnachfolge nimmt potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger für die Übernahme eines Unternehmens in den Blick, die bei ihrer möglichen Entscheidung für die Nachfolge unterstützt werden sollen. Hierfür stehen den Interessierten Angebote wie Workshops, Netzwerkveranstaltungen und ein Podcast zur Verfügung. Es wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

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