Elisabeth und Frédéric leben mit ihrem Sohn in Münster.
© Münsterland e.V./Philipp Foelting

Familie Morel: Der Traum vom eigenen Restaurant

Es brutzelt, es dampft, es duftet: Während Küchenchef Frédéric Morel die Brote aus dem Ofen holt, krabbelt Sohn Loïc über den Restaurantboden. Mutter Elisabeth hat ihn genau im Blick, während sie von ihrem Lieblingsplatz erzählt. „Der ist hier“, sagt sie, lacht und schaut zu Mann und Sohn. Und mit „hier“ meint sie nicht nur ihr Restaurant Coeur D'Artichaut am alten Fischmarkt in Münster, sondern auch Münster, die Innenstadt an sich, ihre Wohnung direkt am Schlossplatz, die Nähe zu ihrer Familie.

2019 ist die gebürtige Münsteranerin mit ihrem Mann – einem Franzosen, genauer gesagt Bretone – zurück ins Münsterland gekommen, mittlerweile hat das Ehepaar Morel nicht nur ein gemeinsames Restaurant, sondern auch einen gemeinsamen Sohn. Und genau diese Gründe waren es, die sie (zurück) in die Region geholt haben.

Von Frankreich über Hamburg ins Münsterland

Kennengelernt haben sich Frédéric und Elisabeth in Hamburg. Dort machte Elisabeth ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau und lernte dabei nicht nur ihren Beruf lieben, sondern traf auch ihren zukünftigen Mann in der Hotelküche: Frédéric. Der Traum vom eigenen Restaurant baute sich bei den beiden langsam auf – und wurde im Laufe der Zeit immer stärker. „Und irgendwann im Leben werden einem andere Dinge wichtiger – da möchte man vielleicht nicht mehr eineinhalb Stunden am Tag in der S-Bahn sitzen“, erzählt die 30-Jährige. Deshalb nahmen beide die Stadt Münster verstärkt ins Visier. „Hier bekommt man mehr Lebenszeit zurück“, findet Elisabeth.

Doch aus der Ferne eine passende Immobilie in Münster zu finden – gar nicht so einfach. Irgendwann kündigten Frédéric und Elisabeth trotzdem ihren Job in Hamburg, packten die Koffer und wagten den Schritt. Und sie hatten Glück. Von Bekannten hörten sie von den Räumen im Alten Fischmarkt und schlugen zu. Einige Wochen bauten sie um, im Oktober 2019 dann eröffneten sie ihr Restaurant „Coeur D'Artichaut“ und machten sich selbstständig. Nur vier Monate später sicherten sie sich den Michelin-Stern. „Das macht uns natürlich auch stolz“, erzählt Elisabeth. „Dafür haben wir hart gearbeitet.“ Mittlerweile haben sie längst treue Stammkunden, die sie auch in der Corona-Zeit unterstützen und regelmäßig Essen für zu Hause bestellen.

Parallen zwischen Bretonen und Münsterländern

Und wie denkt der Bretone Frédéric über das Münsterland? „Die Münsterländer und Bretonen sind sich gar nicht so unähnlich“, meint das Paar. „Zu Beginn etwas stur, doch wenn man sich etwas Mühe gibt und sich zeigt, gehört man irgendwann wie selbstverständlich dazu.“ Zwar ist dem Bretonen seine französische Heimat nach wie vor sehr wichtig. „Aber es macht mir nichts, wenn ich nicht mehr dort lebe“, sagt er.

Bevor er nach Hamburg kam, hatte Frédéric so auch schon einige Jahre in England und der Schweiz als Koch gearbeitet. „Die Menschen in der Bretagne zieht es seit jeher raus in die weite Welt“, sagt der 33-Jährige. „Vermutlich liegt es an der Atlantikküste.“ Die er – zugegeben – natürlich im Münsterland vermisst. Dafür lässt er seine Wurzeln ins Essen einfließen. Der Fokus liegt auf der klassischen Bretonischen Küche seiner Mutter mit Leckerem aus dem Meer und vom Land.

Zwei Mal im Jahr kommen seine Eltern deshalb auch mit allerlei Produkten aus der Region im Gepäck zu Besuch. Und abseits vom eigenen Restaurant geht die kleine Familie auch selbst gerne im Münsterland essen – und schätzt alles, von der Pizzeria bis hin zur Sterneküche. „Hauptsache, es ist mit Liebe gemacht“, finden sie – dann schmeckt es überall.

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