Masematte ist ein regionaler Soziolekt, der früher in den Elendsvierteln der Stadt gesprochen wurde und ungefähr auf das Jahr 1870 zurückgeht. Geprägt und gesprochen wurde Masematte zu Beginn zum Beispiel von Viehhändlern sowie von Handwerkern oder Tagelöhnern, davon ein hoher Anteil an Juden, Sinti und Roma. Es waren meist Zugewanderte, die von der ansässigen Bevölkerung nicht immer willkommen geheißen wurden. Als Reaktion auf diese Ablehnung entwickelte sich die Sondersprache.
Masematte ist mittlerweile fast ausgestorben und wird im täglichen Sprachgebrauch nur noch wenig verwendet – einige Worte sind aber bis heute erhalten geblieben. Vor allem gebürtige Münsteranerinnen und Münsteraner, aber auch Menschen im gesamten Münsterland benutzen sie gerne. Das wohl bekannteste darunter ist „Leeze“, der liebevolle Kosename für das Fahrrad. Weitere Worte sind zum Beispiel „jovel“ und „schovel“, die übersetzt „gut“ und „schlecht“ bedeuten. Im Sommer geht der Münsteraner auch gern mal „plümpsen“, also schwimmen. Ebenfalls wichtig im Zusammenhang mit Wasser: „meimeln“. Damit ist „regnen“ gemeint. Und bevor es auf den Wochenmarkt geht, ziehen die Stadtbewohnerinnen und -bewohner sich auf jeden Fall zuerst die „Plinte“ an und stecken die „Patte“ ein: Hose an – und Geldbeutel nicht vergessen!
Und auch wenn die Sondersprache heute wenig gesprochen wird – im Jahr 2024 wird sie zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO erklärt! Weitere Infos dazu gibt es hier.