Technologie-Tandems Beim Technologie-Tandem tauschen sich Unternehmer und Wisssenschaftler aus.
© Enabling Networks
Technologie-Tandems

Münsterländer Technologie-Tandems: Büro trifft Hörsaal

Die Münsterländer Technologie-Tandems fördern den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Hochschuleinrichtungen im Münsterland. Das Besondere: Ein Unternehmer oder eine Unternehmerin aus dem Münsterland trifft in lockerer Atmosphäre auf einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus der münsterländischen Hochschullandschaft. Bestenfalls entstehen aus dem Austausch dauerhafte Kontakte und gemeinsame Projekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Mehrwert für Unternehmen

  • Kontakte zu Forschung und Fachkräften
  • Exklusives Technologiewissen
  • Aufbau strategischer Partnerschaften mit wissenschaftlichen Einrichtungen
  • Marketing und PR

Mehrwert für Wissenschaft

  • Kontakte in die regionale Wirtschaft (Praxisbedarf, Einwerbung von Drittmitteln, Abschlussarbeiten)
  • Wissenschaftskooperationen mit Unternehmen
  • Austausch von Studierenden und Fachkräften
  • Studierenden-Vermittlung

Best Practice: Die Tandems im Austausch

Als Technologie-Tandems im Münsterland gebildet haben sich:

Technologie-Tandem: HMT GmbH (Bocholt) & FH Münster

Auf der Suche nach neuen Anwendungsfeldern

Die HMT GmbH in Bocholt ist seit Jahrzehnten eine feste, international bekannte Größe in der Entwicklung und Produktion von Rauchgasarmaturen. Diese vielfältigen Kompetenzen in der Konstruktion und dem Bau insbesondere von „großen“ Armaturen und Containerlösungen möchte das Unternehmen auch in neuen Anwendungsfeldern einsetzen, um seine Produktpalette zu erweitern.

Ihr Technologie-Tandem-Partner ist Prof. Dr. Markus Schwering, der an der Fachhochschule Münster zum Technologie- und Innovationsmanagement lehrt und forscht. Mit Schwerings Unterstützung möchte HMT-Geschäftsführer Achim Kettlack gemeinsam mit seinem Team einen strategischen Technologiemanagement-Prozess aufsetzen, aussichtsreiche Anwendungsfelder für die vorhandenen Kompetenzen identifizieren und neue Technologiefelder ermitteln und erschließen, um das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen.

Während eines Erstgesprächs vereinbarten Markus Schwering und Achim Kettlack als Tandem-Team die Durchführung eines gemeinsamen Workshops: Darin soll eine systematischen Analyse der innovativen Stärken und Schwächen mittels des Innovation Performance Radar (IPR) durchgeführt werden.

Technologie-Tandem: Velo de Ville & FH Münster

Der Video-Call zwischen der FH Münster und Velo de Ville.<br>© Stefan Adam Der Video-Call zwischen der FH Münster und Velo de Ville.
© Stefan Adam

Ideen für zukünftige Mobilitätsformen

Prof. Dr.-Ing. Hilmar Apmann vom Fachbereich Maschinenbau der FH Münster war auf der Suche nach Partnern, die gemeinsam mit Studierenden Ideen für zukünftige Mobilitäsformen entwickeln möchten.
Stefan Adam von der TAFH Münster GmbH stellte den Kontakt zum Unternehmen AT Zweirad GmbH her. Deren Fahrradmanufaktur fertigt in Altenberge unter der Marke Velo de Ville. Schnell konnte in einem Video-Call mit dem Unternehmen ein gemeinsames Thema identifiziert werden. An dem Austausch nahmen neben Prof. Hilmar Apmann auch die Professoren Manfred Große-Gehling und Jochen Korn aus dem Fachbereich Maschinenbau und Professorin Carolin Schreiber aus dem Fachbereich Design teil.

Die FH Münster und Velo de Ville arbeiten nun kooperativ daran, neue Konzepte für Lastenfahrräder zu entwickeln. Dazu wird sich im ersten Zuge der angehende Produktdesigner Minh Phuc Pham in seiner Abschlussarbeit intensiv mit Nutzern von Lastenrädern auseinandersetzen und daraus entsprechende Empfehlungen ableiten. Im weiteren Verlauf werden sich Design-Studierende in einem Projekt „Interactive-Future-Cargo-Bike“ mit Interaktionen zwischen den Nutzern und ihrem Cargobike befassen und Studierende im Bereich Maschinenbau mit konstruktiven Aspekten des tatsächlichen Aufbaus.

Technologie-Tandem: Quinting Zementol Gmbh & FH Münster

Besondere Betonkonstruktionen

Die Quinting Zementol GmbH ist ein Ingenieur-Dienstleister aus Ascheberg im Kreis Coesfeld. Mittelpunkt der Arbeit bei Quinting sind wasserundurchlässige Betonkonstruktionen, sogenannte „Weiße Wannen“, sowie die Sanierung von Beton-Bodenplatten nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Quinting Zementol begleitet solche Vorhaben bei der Planung, Konstruktion und Ausführung. Dr.-Ing. Marc Bücker ist Geschäftsführer und interessierte sich für einen Austausch mit Lehrenden der Fachhochschule Münster aus dem Bereich Stahlbetonbau oder Betontechnologie

Daher lag es nahe, dass mit Prof. Dr.-Ing. Dietmar Mähner der passende Technologie Tandem-Partner von der Fachhochschule Münster gefunden wurde. Prof. Mähner vom Fachbereich Bauingenieurwesen passt mit seinen Lehr- und Forschungsgebieten im Tunnelbau und Baukonstruktionen, insbesondere im Bereich der wasserundurchlässigen Bauwerke, perfekt zu Quinting Zementol. Das erste digitale Matching wurde initiiert und begleitet von Christian Holterhues, Innovationsberater bei der wfc Kreis Coesfeld. Als nächste Schritte steht ein Besuch von Dr.-Ing. Bücker in den Laboren des Fachbereiches Bauingenieurwesen der FH in Münster an.

Technologie-Tandem: Ventilatorenfabrik Oelde GmbH & Westfälische Hochschule

Additive Fertigungsverfahren

Für die Ventilatorenfabrik Oelde GmbH als metallverarbeitendes Unternehmen mit Fokus auf Schneiden, Kanten und Schweißen ist eine Auseinandersetzung mit neuen Produktionsverfahren ständig erforderlich. Insbesondere im Produktbereich Ventilatoren ergeben sich bei freier Gestaltung der Geometrie Möglichkeiten der Wirkungsgradverbesserungen und Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten der Produkte.
Gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule werden bei diesem Technologie-Tandem die Möglichkeiten einer additiven Fertigung dynamischer Ventilatorenlaufräder mit Durchmessern ab 400 Milimetern evaluiert. Die Zusammenarbeit umfasst insbesondere:

  • Auswahl geeigneter Werkstoffe sowie Produktionsverfahren und -prozesse
  • Bewertung von Material und Verfahren anhand von z. B. Mikrostruktur, Härte, Oberflächengüte und Kosten
  • Feststellung optimaler Parameter für die Laufräder anhand mikrostruktureller, mechanischer und geometrischer Eigenschaften

Teilnehmer seitens der Ventilatorenfabrik Oelde GmbH

  • Thomas Gandt, technischer Geschäftsführer
  • Ivo Kupka, Leiter Produktion und Materialwirtschaft
  • Peter Homann, Leiter Auftragsabwicklung – Ventilatoren

Teilnehmende seitens der Westfälischen Hochschule

  • Prof. Dr. Ghazal Moeini, Werkstofftechnik und Fügetechnik
  • Prof. Dr. Peter Graß, Fertigungsverfahren und -messtechnik, Prozesskostenrechnung
  • Prof. Dr. Deniz Kurumlu, Werkstoffwissenschaft und -prüfung
  • Dr. Gabriela Marginean, Nachwuchsforschungsgruppe und Graduiertenzentrum

Mehr zum Thema