Die dritte Runde der Denkfabriken Münsterland ist gestartet.

Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland

Mitglieder aus Unternehmen, der Wissenschaft und Netzwerken erarbeiten in Denkfabriken Vision für die Region

Weniger Ressourceneinsatz, mehr Recycling, weniger Abfall, mehr Wiederverwendung: „Wir haben das Potenzial, das Münsterland zu einer Kreislaufwirtschaftsregion zu machen“, betont Bernd Büdding, Leiter des Projekts Enabling Networks Münsterland. Wie diese Vision zur Wirklichkeit werden kann, daran arbeiten derzeit zwei Münsterland-Denkfabriken. In ihrem dritten Treffen entwickelten die Denkfabriken „Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft“ und „Umweltneutrale Werkstoffe der Zukunft“ jetzt Ideen und Impulse, wie das Münsterland zum Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourceneinsparung werden kann.

„Das Know-how hierfür ist in der Region vorhanden, sowohl in den Unternehmen, als auch bei den wissenschaftlichen Einrichtungen und Netzwerken“, betont Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. „Nun müssen wir die Kräfte bündeln, um Innovationen und Fortschritt zu ermöglichen.“ In welchen Bereichen besonders Potenzial steckt, stellte das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI während der Denkfabrik-Treffen vor. Das Institut hatte im Vorfeld eine Foresight-Analyse durchgeführt und berichtete nun von relevanten Technologien in den kommenden fünf bis zehn Jahren aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft.

Noch mehr Input zu dem Thema bekamen die Denkfabrik-Teilnehmer von Dr. Carsten Gerhardt, Partner bei A.T. Kearney, der seine Idee eines „Circular Valleys“ vorstellte – eine Region analog zum Silicon Valley mit besonderer Expertise im Bereich Kreislaufwirtschaft. Hierbei könnte aus seiner Sicht auch das Münsterland eine große Rolle spielen.

Die Mitglieder der Denkfabrik „Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft“ identifizierten aus der Foresight-Analyse insbesondere das Thema „Regionale Stoffkreisläufe“ als einen Anknüpfungspunkt für die Region. Denn zum Beispiel die Energieversorgung oder die Abfallentsorgung liegen zumeist in kommunaler Hand und lassen sich damit einfacher in lokale Kreisläufe einbinden. Auch in den Bereichen materialsparende Bauweisen oder nachhaltige Baustoffe steckt laut den Denkfabrik-Teilnehmern viel Potenzial für die Region. Wichtig sei es, hierbei stets die Bevölkerung mitzunehmen und zum Beispiel mit Leuchtturmprojekten das Thema noch stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken. Zudem müsse durch politische Vorgaben verstärkt Nachhaltigkeit, Recycling, Ressourcenschonung eingefordert werden.

Die Denkfabrik „Umweltneutrale Werkstoffe der Zukunft“ erarbeitete ähnliche Ergebnisse. Hier lag der Schwerpunkt auf neuen Materialien und chemischen Verbindungen, die insbesondere den Umgang mit Polymeren betreffen. Denn es gibt zum Beispiel interessante neue Ersatzmaterialien, um nachhaltig zu bauen – etwa aus Pilzmyzel, dem Wurzelwerk von Pilzen. So kamen die Teilnehmer zu einem ähnlichen Ergebnis wie die andere Denkfabrik: Ihrer Ansicht nach könnte das Thema Kreislaufwirtschaft in der Region eine zentrale Rolle spielen – auch, weil die Kompetenzen sowohl auf unternehmerischer als auch auf wissenschaftlicher Seite im Münsterland vorhanden seien. Große öffentlichkeitswirksame Kooperationsvorhaben könnten demnach dazu beitragen, diese Stärken voranzutreiben.

Ein konkretes Ergebnis der Denkfabriken zum Thema Kreislaufwirtschaft ist die Entwicklung der X-Lives-Initiative, deren Ziel es ist, mit einem Forschungsprojekt innovative und nachhaltige Werkstoffe zu entwickeln. Aktuell können sich Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen melden, die sich aktiv an der Initiative beteiligen möchten. Mehr Infos gibt es auf www.oberflaeche-nrw.de/de/news-de/x-lives-sustainable-use-of-materials. Weitere Kooperationsvorhaben sind in der Entstehung.

Im Juni 2021 werden die drei weiteren Denkfabriken „Digitales Münsterland“, „Der Weg zur vernetzen Produktion“ und „Gesund bleiben – ein Leben lang“ zu ihrer dritten Runde zusammenkommen. Der vierte Austausch ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Einen Überblick über alle Denkfabriken und ihre Mitglieder gibt es auf muensterland.com/enabling.

Weitere Informationen erteilt Projektleiter Bernd Büdding, buedding@muensterland.com, 02571 949327.

Mehr zu Enabling Networks Münsterland

Als regionale Verbundinitiative und Nachfolgeprojekt von Enabling Innovation Münsterland unterstützt Enabling Networks Münsterland seit dem Projektstart im September 2019 Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Maßnahmenpaketen: Der zweite Baustein neben den Denkfabriken ist das Technologiescouting. Dabei entstehen fünf Technologiescouts, die Unternehmen bei der Entwicklung neuer Innovationen unterstützen.

Der Projektverbund mit dem Münsterland e.V. als Leadpartner besteht aus den Wirtschaftsförderungen der Münsterlandkreise und der Technologieförderung Münster sowie den Transferstellen der regionalen Hochschulen und fünf Facheinrichtungen, die Innovationen in ihren Branchen vorantreiben. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

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