NURICOS: Mit Krabbenschalen zur Pflanzenstärkung

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© NURICOS biosolutions

Was haben Krabbenschalen mit Landwirtschaft zu tun? NURICOS aus Münster entwickelt auf Basis von Chitosan aus Krabbenschalen Pflanzenstärkungsmittel. Das Start-up befindet sich noch in der Gründungsphase und verfolgt das Ziel, Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber bestimmten Belastungen zu machen. Grundlage dafür sind langjährige Forschungsarbeiten an der Universität Münster und der Ansatz, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen zu überführen.

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BIOTECHNOLOGIE TRIFFT LANDWIRTSCHAFT

Seit über zehn Jahren forschen Anne, Philipp und Caro an sogenannten pflanzenstärkenden Biostimulanzien auf Chitosan-Basis. Chitosan ist ein natürlicher Stoff (Polymer), der unter anderem in Krabbenschalen, Insektenpanzern oder pilzlichen Zellwänden vorkommt – also Abfallprodukten. Der Clou: Dieser Abfall lässt sich nicht nur ressourcenschonend verwerten, sondern wirkt auch auf dem Feld. Er wird zu einem Produkt, das Pflanzen stärkt - gegen Trockenheit, Krankheiten und Hitzestress.

„Man kann sich unser Produkt wie eine Impfung vorstellen“, erklärt Mitgründer Philipp. „Die Pflanze wird widerstandsfähiger, bildet tiefere Wurzeln und kann effizienter Photosynthese betreiben – gerade in Zeiten des Klimawandels ein riesiger Vorteil.“

Mitgründerin Caro ergänzt: „Uns ist wichtig, dass unsere Forschung nicht im Labor endet. Wir wollen zeigen, dass Biotechnologie ganz konkret zur Lösung drängender Umweltprobleme beitragen kann – und dass Wissenschaft und Landwirtschaft gemeinsam Zukunft gestalten.“

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ZWISCHEN LABOR, MARKT UND MUT

Was bislang unter Laborbedingungen untersucht wurde, soll künftig auch in der landwirtschaftlichen Praxis erprobt werden. „Unser Pflanzenstärkungsmittel wird bereits in einer Dosierung von 200 Gramm pro Hektar eingesetzt. Zum Vergleich: Bei bestimmten anderen Produkten können deutlich höhere Einsatzmengen erforderlich sein“, sagt Gründerin Anne. Damit zeigt sich ein doppelter Gewinn: Landwirtinnen und Landwirte können wirtschaftlicher arbeiten, während die Umwelt durch weniger Belastung profitiert.

Anne bringt es auf den Punkt: „Wir haben gesehen, dass wir etwas wirklich Sinnvolles entwickelt haben. Und jetzt wollen wir, dass es draußen wirkt.“

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GUTER "GRÜNDUNGSBODEN" IM MÜNSTERLAND

Die Idee zur Gründung entstand nicht über Nacht. Vielmehr war es der Wunsch, die Forschungsergebnisse nicht länger nur im akademischen Raum zu belassen.

Das Münsterland bietet für ihre Gründung ideale Voraussetzungen: kurze Wege in die Landwirtschaft, starke regionale Netzwerke und die Unterstützung durch das REACH Euregio Start-up Center. Denn noch ist NURICOS nicht offiziell gegründet und steckt mittendrin in der Transformation vom Forschungsvorhaben zum marktreifen Produkt. Die Gründung wird aktuell über das Programm Start-up.Transfer.NRW vom Land NRW und der EU gefördert und das Team arbeitet mit Hochdruck an den nächsten Schritten.

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GRÜNDUNG IST KEIN SPRINT, SONDERN EIN PROZESS

Der Übergang in die Start-up-Welt eröffnete neue Perspektiven – brachte aber auch neue Herausforderungen. Die größte davon? „Nicht mehr nur in wissenschaftlichen Kategorien zu denken, sondern in unternehmerischen“, sagt Anne.

Darüber hinaus gab es noch weitere Learnings: „Redet mit eurer Zielgruppe. Was im Labor super funktioniert, ist nicht automatisch markttauglich“, betont Anne. Der Austausch mit Landwirtinnen und Landwirten war für das Team von Anfang an entscheidend, genauso wie das Vertrauen untereinander. Denn ohne gemeinsame Vision und ein verlässliches Miteinander, sagt Philipp, „hält man die Hochs und Tiefs einer Gründung kaum durch.“ Auch die Frustrationstoleranz aus der Forschung hilft: Nicht alles klappt beim ersten Versuch, und Dranbleiben ist Pflicht. Klar ist für sie inzwischen auch: Gründen ist kein Sprint, sondern ein Prozess, der Mut, Geduld und echten Praxisbezug braucht. 

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ZUKUNFTSAUSSICHTEN

Der Markt für Bio-Stimulanzien steckt noch in den Kinderschuhen – aber das Potenzial ist riesig. Immer mehr Düngemittel und Pestizide werden verboten, Landwirtinnen und Landwirte stehen unter Druck. NURICOS setzt hier mit einem klaren Entwicklungsziel an: reproduzierbare Pflanzenstärkungsmittel zu entwickeln, die Pflanzen bei bestimmten klimabedingten Belastungen unterstützen können. Grundlage sind Forschungsarbeiten aus Münster, die nun schrittweise in die landwirtschaftliche Praxis überführt werden sollen.

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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