das heini - Münster kulinarisch aufmischen

Das Logo von das heini
© das heini/Katja Heinisch

Jeden Tag ein anderes Gericht, konsequent im Mehrwegsystem verpackt und immer vegan: Mit dem heini hat Katja Heinisch im November 2024 ein Gastro-Konzept nach Münster gebracht, das vieles anders macht, als die meisten Restaurants. Dabei kommt die Gründerin ursprünglich gar nicht aus der Gastronomie und vielleicht ist genau das ein Teil ihrer Geschichte, denn Katja hat sich getraut, Gewohntes infrage zu stellen und einfach anzufangen. 

  • Nachhaltige Ernährung
  • Münster
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VOM INTERNATIONALEN BUSINESS AN DEN KOCHTOPF

Bevor Katja das heini eröffnete, arbeitete sie für ein Startup aus dem Silicon Valley und baute dessen europäischen Markt mit auf. Nach einer Übernahme fiel ihre Stelle weg und sie stand mit Ende 50 vor der Frage: Was kommt jetzt?

Die Antwort fand sie schließlich selbst, beim Schreiben verschiedener Businesspläne. Katja wohnte bereits im Mauritzviertel und kannte die Frage aus ihrem eigenen Arbeitsalltag: Wo bekommt man ein schnelles Mittagessen, das frisch, abwechslungsreich und lecker ist?

Hinzu kamen 25 Jahre in Frankreich, die ihr Verhältnis zu gutem Essen geprägt haben und ihre Tochter, die sie einige Jahre zuvor dazu gebracht hat, sich zunehmend vegan zu ernähren. Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee für das heini.

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JEDEN TAG ANDERS - ABER IMMER MIT KLAREM SYSTEM

Im heini gibt es jeden Tag genau ein Gericht – dafür immer ein anderes. Dabei reist die Speisekarte einmal um die Welt: Französische und italienische Einflüsse treffen auf indische, thailändische, indonesische oder südamerikanische Gerichte.

Gekocht wird am Vortag. Anschließend werden die Speisen heruntergekühlt und in Mehrwegbehälter portioniert. Die Gäste können sie direkt mitnehmen, vor Ort essen oder später zu Hause erwärmen. Ein Verkaufsautomat, über den die Gerichte rund um die Uhr erhältlich sind, ergänzt das Angebot.

Auch bei Einkauf und Verarbeitung hat Katja klare Prinzipien. Gemüse bezieht das heini unter anderem von Ökullus in Münster-Handorf, Kräuter kommen von Rohlmann aus Wolbeck. Nach Möglichkeit orientiert sie die Gerichte an saisonal verfügbaren Zutaten.

Auch Lebensmittelreste versucht das Team weiterzuverwenden: So wird beispielsweise aus geeigneten Grünresten Fond gekocht, und übrig gebliebene Gerichte werden weiter angeboten, solange sie frisch sind. Wer sein Essen mitnimmt, nutzt das Mehrwegsystem. Im heini wird Nachhaltigkeit gelebt - konkrete Entscheidungen beim Einkauf, bei der Zubereitung und Verpackung sind Teil des Geschäftsmodells. 

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AUS DEM LADEN WIRD EIN TREFFPUNKT IM VIERTEL

Dass die Gerichte schon vorbereitet sind, hat den Vorteil, dass Katja während der Öffnungszeiten Zeit für ihre Gäste hat. 

Im heini kommen Nachbarinnen und Nachbarn miteinander ins Gespräch, lernen sich kennen und tauschen sich aus. Aus Begegnungen im Laden sind neue Kontakte entstanden. Die Kundschaft reicht dabei vom zwölfjährigen Schüler bis zum 94-jährigen Stammkunden. So ist das heini neben einem Ort für schnelles Essen auch zu einem kleinen Treffpunkt im Münsteraner Mauritzviertel geworden.

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DAS FUNKTIONIERT NIE? JETZT ERST RECHT!

Der Weg zur Gründung war nicht immer einfach, denn für ihr Gastro-Konzept erhielt Katja keine klassische Finanzierung. Auch beim Mehrwegsystem hörte sie immer wieder, dass die Kundschaft es nicht annehmen würde. Katja hielt trotzdem an ihrer Idee fest und finanzierte den Start aus eigenen Mitteln.

Unterstützung erhielt sie über einen Gründungszuschuss und ein Coaching. Besonders die Begleitung durch einen Gastro-Finanzcoach half ihr dabei, ihre Kalkulation kritisch zu prüfen. Ein großes Netzwerk in der Münsteraner Gastronomie hatte Katja zunächst nicht, weshalb sie selbst auf Menschen zuging, Fragen stellte und sich Erfahrungen einholte. 

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SCHRITT FÜR SCHRITT IN DIE ZUKUNFT

Auch beim Wachstum bleibt Katja ihrem Ansatz treu: ausprobieren, lernen und weiterentwickeln. Im ersten Jahr wollte sie herausfinden, ob das Konzept funktioniert. Inzwischen geht es darum, Abläufe zu optimieren, den Verkaufsautomaten zu etablieren und das Team weiterzuentwickeln. Perspektivisch kann sie sich weitere Automaten, eine größere Küche und zusätzliche heini-Standorte vorstellen.

Was sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben würde? Einen fundierten Businessplan schreiben, sich dort Unterstützung holen, wo das eigene Wissen endet und dann einfach machen und mit Menschen in den Austausch kommen. Denn viele hilfreiche Kontakte, Ideen und Chancen entstehen erst, wenn man von der eigenen Idee erzählt. 

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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