INCONSU: Wärme die Sinn macht

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Wer sagt eigentlich, dass Heizen immer ineffizient und teuer sein muss? INCONSU zeigt, dass es auch anders geht: Das Startup aus Nottuln macht mit smarter Technologie Gebäude effizienter, senkt Heizkosten – und schützt ganz nebenbei das Klima. Wie Gründer Flynn Herbst aus einer Idee im Familienkreis eine nachhaltige Lösung für Kommunen entwickelt hat, liest du in seiner Story.

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DIE IDEE KAM BEIM HAUSBAU

Flynn Herbst ist 31, kommt aus Nottuln und hat schon früh gespürt: „Ich will selbst gründen! Nicht, weil ich nicht arbeiten will, sondern weil ich frei entscheiden will, wie und woran ich arbeite.“ Mit dieser klaren Haltung hat Flynn seinen Weg gesucht und gefunden. Nach dem BWL-Studium mit Fokus auf Außenwirtschaft in Hamburg zog es ihn zurück ins Münsterland. Als IT-Berater im Gesundheitswesen sammelte er erste Erfahrungen im Projektmanagement. Doch der Wunsch nach dem eigenen Unternehmen blieb.

Die zündende Idee kam aus der Familie: Sein Vater und Onkel bauten ein Haus – inklusive Smart-Home-System. Nur: Die Systeme auf dem Markt waren nicht zufriedenstellend. Also entwickelte Flynn gemeinsam mit ihnen ein eigenes System. Aus dem Prototyp im Vier-Parteien-Haus entstand bald mehr: Eine Geschäftsidee, die sich heute als nachhaltige Lösung für Kommunen etabliert.

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HEIZUNG STEUERN - SMART, EFFIZIENT UND AUTOMATISCH

Flynns junges Unternehmen INCONSU setzt auf ein Zusammenspiel aus Hard- und Software, um Gebäude bedarfsgerecht zu heizen. Etwa Schulen oder Verwaltungsgebäude. Die Software verknüpft drei zentrale Funktionen, die bisher meist nur einzeln verfügbar waren: eine raumindividuelle Steuerung, bei der nur dann geheizt wird, wenn ein Raum tatsächlich genutzt wird; ein hydraulischer Abgleich, der sicherstellt, dass alle Räume gleichmäßig und effizient beheizt werden; sowie die automatische Anpassung der Vorlauftemperatur – also der Temperatur des Heizwassers, das vom Kessel in die Heizkörper strömt. Damit werden Heizsysteme deutlich effizienter – und das ganz ohne Nutzungsverzicht.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie das funktioniert: In einer Grundschule in Nordkirchen greift die Software über eine Schnittstelle auf den digitalen Raumbelegungsplan zu. Dieser zeigt an, welche Räume zu welchen Zeiten genutzt werden, zum Beispiel „Besprechungszimmer 1“ vormittags und/oder „Besprechungsraum 2“ am Abend. Entsprechend regelt das System die Heizleistung gezielt zu den tatsächlichen Nutzungszeiten. Vor und nach der Belegung wird die Temperatur automatisch abgesenkt. Das vermeidet unnötigen Energieverbrauch. Dieses Prinzip lässt sich flexibel auf viele Szenarien übertragen.

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DER UNTERSCHIED: TECHNOLOGIE MIT WEITBLICK

Das System von INCONSU hat einen großen technischen Vorteil gegenüber anderen Lösungen: Die eingesetzte LoRaWAN-Funktechnologie ermöglicht eine extrem hohe Reichweite bei der Datenübertragung. Das ist ideal für weitläufige oder verwinkelte Gebäude wie Schulen, Rathäuser oder große Bürokomplexe. Während herkömmliche Systeme oft auf störanfälliges WLAN oder auf Funktechnologien mit geringer Reichweite setzen, bleibt die Verbindung bei INCONSU auch über mehrere Stockwerke hinweg stabil. Selbst wenn Internet oder WLAN ausfallen, läuft die Steuerung weiter zuverlässig. Ein echter Pluspunkt im kommunalen Alltag.

In Pilotprojekten mit den Gemeinden Nordkirchen und Nottuln konnte das System bereits überzeugen: bis zu 40 Prozent Heizkosten-Ersparnis bei einem Amortisationszeitraum von drei bis vier Jahren. Gleichzeitig sinken CO₂-Ausstoß und Energieverbrauch – ein smarter Schritt in Richtung Klimaschutz.

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DAS MÜNSTERLAND ALS GRÜNDUNGSTANDORT MIT RÜCKENWIND

Mit Unterstützung der Fachhochschule Münster und einem EXIST-Gründungsstipendium nahm Flynns Idee Fahrt auf. Auch regionale Player wie Westfalen AG und das REACH – EUREGIO Start-up Center wurden früh auf das Projekt aufmerksam.

Heute führt Flynn das Unternehmen als alleiniger Gründer mit einem kleinen Team und großem Engagement. Die Vision: „Wir wollen zeigen, dass Digitalisierung und Energieeffizienz kein Widerspruch sind. Und dass smarte Gebäudesteuerung auch in älteren Bestandsgebäuden funktioniert.“

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LERNEN AUS DER GRÜNDUNG: OFFEN, ERLICH UND PRAGMATISCH

Rückblickend hat Flynn auf seinem Weg wertvolle Erfahrungen gesammelt. Besonders wichtig: Früh zu lernen, dass man ein schlechtes Bauchgefühl nicht ignorieren sollte. Sei es bei Teamentscheidungen oder im Produktentwicklungsprozess. Probleme offen anzusprechen und nicht auf die lange Bank zu schieben, kann viel Energie und Zeit sparen. Ebenso rät er dazu, die Nachfrage am Markt so früh wie möglich zu testen, am besten noch vor Entwicklungsbeginn. Denn wer erst sechs Monate an einer Lösung bastelt, ohne zu wissen, ob jemand sie wirklich braucht, läuft Gefahr, am Bedarf vorbeizuentwickeln. Und nicht zuletzt sollte im Team offen über Ziele, Erwartungen und die eigene Motivation gesprochen werden: Wer will wie viel Zeit investieren, wie steht man zu Investoren, was ist die langfristige Vision? Wer diese Fragen früh klärt, schafft eine solide Basis – auch für turbulente Phasen.

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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