LOPPI – Der skandinavische Kinderflohmarkt in Rheine

Das Logo von Loppi
© Loppi UG

In Rheine haben die beiden Schwestern Elena und Ricarda Weber mit LOPPI ein einzigartiges Konzept geschaffen, das Nachhaltigkeit mit skandinavischer Leichtigkeit verbindet. Ihr Indoor-Flohmarkt macht den Kauf und Verkauf gebrauchter Kindersachen so einfach wie nie zuvor – ganzjährig, entspannt und digital organisiert. Erfahre, wie sie aus einer einfachen Idee ein Unternehmen aufgebaut haben, das Familien entlastet und gleichzeitig einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet.

  • Mode
  • 4 Beschäftigte
  • Rheine
1
ZWEI SCHWESTERN, ZWEI MÜTTER, EINE IDEE

Elena und Ricarda Weber sind nicht nur Schwestern und Mütter, sondern auch Gründerinnen. Genau daraus entstand ihre Geschäftsidee: ein beständiger Indoor-Kinderflohmarkt, der den Kauf und Verkauf gebrauchter Kindersachen so einfach wie möglich macht. „Kinder wachsen so schnell aus ihrer Kleidung heraus – ständig braucht man neue Sachen, während die alten oft noch in einem Top-Zustand sind“, erzählt Ricarda. Eine echte Alternative zum mühsamen Online-Verkauf oder saisonalen Flohmärkten gab es in Rheine bisher nicht.

Das änderten die beiden mit der Gründung von LOPPI. Auf fast 500 Quadratmetern Fläche bieten sie im EMS-Forum über 120 mietbare Regale an. Käuferinnen und Käufer können das ganze Jahr über entspannt stöbern, von Frühchenkleidung über Kinderwagen bis hin zu Spielzeug und Möbeln. Wer verkaufen möchte, kann sich einfach ein Regal mieten, Preise festlegen und seine Sachen vorbeibringen. Den gesamten Verkaufsprozess übernimmt das LOPPI-Team – unkompliziert und stressfrei. Für den Service nimmt LOPPI eine Standmiete und eine Verkaufsprovision.

2
SKANDINAVISCH INSPIRATION - EIN KONZEPT, DAS ÜBERZEUGT

„Ich habe drei Jahre in Dänemark gelebt und dort das Konzept kennengelernt“, erzählt Ricarda. In Skandinavien gibt es diese Floh-Supermärkte schon lange – riesige Indoor-Flohmärkte, in denen man sich Verkaufsflächen mieten kann. „Der Name LOPPI kommt vom skandinavischen Begriff für Flohmarkt – kurz, einprägsam und so einfach, dass selbst Kinder ihn aussprechen können“, erklärt Elena. Ein weiteres skandinavisches Element: die durchdachte digitale Abwicklung. „Unsere Standmieterinnen und -mieter können sich online ein Regal buchen, Preise festlegen und ihre Artikel erfassen. Im Laden drucken wir professionelle Etiketten aus, und dank Barcodescanner werden Verkäufe direkt im Kundenkonto sichtbar.“

3
KONKURRENZ? GIBT ES KAUM!

Bevor sie LOPPI eröffneten, hatten Elena und Ricarda den Markt genau analysiert – und festgestellt, dass es in Rheine und Umgebung nichts Vergleichbares gibt. Natürlich existieren Sozialkaufhäuser und Kinderkleiderbörsen, doch das Konzept eines ganzjährig geöffneten, skandinavisch inspirierten Kinderflohmarkts war neu in der Region. Einmal im Jahr findet in Rheine zwar Deutschlands größter Kinderflohmarkt statt, aber das hilft Eltern, die regelmäßig nach gut erhaltener Secondhand-Kleidung suchen, nur bedingt. Auch der Online-Gebrauchtmarkt stellt eine Alternative dar, bringt jedoch viele Nachteile mit sich: Verhandlungen mit Verkäuferinnen und Verkäufer, das Warten auf Antworten, umständlicher Versand und mögliche Rückgaben.

LOPPI nimmt all diese Hürden ab und schafft eine stressfreie Lösung für Familien. In Deutschland gibt es bereits einige vergleichbare Konzepte, besonders im Norden. „Ein großes Franchise-Unternehmen in Hamburg und Berlin verfolgt eine ähnliche Idee. Aber wir wollten etwas Eigenes aufbauen und kein Franchise-Nehmer werden“, erklärt Elena.

4
VON DER IDEE ZUR ERÖFFNUNG - DER WEG IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

Dass sie eines Tages Unternehmerinnen sein würden, hatten die Schwestern nie geplant. „Wir kommen nicht aus einer Unternehmerfamilie. Die Selbstständigkeit war für uns kein naheliegender Weg“, sagt Elena. Aber als Ricarda in ihrer Elternzeit wieder einmal auf der Suche nach gut erhaltener Secondhand-Kleidung war, erinnerte sie sich an die Kinderflohmärkte in Dänemark – und schrieb ihrer Schwester: „Das fehlt hier!“ Schnell war klar, diese Idee musste umgesetzt werden. Doch wo fängt man an?

Die erste Anlaufstelle war die Gründungsberatung des Start-up Centers REACH aus Münster. Dort erhielten sie nicht nur eine erste Orientierung, sondern auch den entscheidenden Tipp, sich für das Gründerstipendium.NRW zu bewerben. Durch die Förderung bekamen sie den Kontakt zu den Wirtschaftssenioren Osnabrück, die ihnen mit wertvollem Know-how – von Finanzplanung bis Mitarbeiterführung – zur Seite stehen.

Auch die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft aus Steinfurt (WESt mbH) unterstützte die beiden intensiv, unter anderem bei der Finanzierung und der Suche nach Fördermöglichkeiten. „Gerade das Thema Bankkredit war für uns eine große Herausforderung. Dank der WESt wussten wir, an wen wir uns wenden konnten und welche Optionen es gibt“, erzählt Ricarda. Zusätzlich wurden die Schwestern durch die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH (EWG) auf das Förderprogramm „Verfügungsfonds Anmietung“ aufmerksam gemacht. Dieses Programm übernimmt einen Teil der Ladenmiete für die ersten zwei Jahre, was ihnen den Einstieg in die Selbstständigkeit erheblich erleichterte.

5
HERAUSFORDERUNGEN UND LEARNINGS

Die größte Herausforderung für Elena und Ricarda? Dass andere ihren Schritt in die Selbstständigkeit infrage stellen – nur weil sie Mütter sind. „Während Väter seltener mit solchen Zweifeln konfrontiert werden, wird uns oft unterstellt, dass Unternehmertum und Mutterschaft schwer vereinbar seien. Dabei sehen wir im Muttersein großes Potenzial: von der tiefen Vertrautheit mit unserer Zielgruppe bis hin zu Multitasking, Zeitmanagement und effektivem Arbeiten“, erklärt Ricarda. Gleichzeitig erfahren sie große Unterstützung von starken Businessfrauen, die sie auf ihrem Gründungsweg kennengelernt haben.

Anfangs war das Netzwerken für die Gründerinnen ungewohnt, doch sie haben schnell gelernt, wie entscheidend es für den Erfolg ist. „Lieber zu einem Event mehr gehen – es lohnt sich immer. Der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründer hat uns viele wertvolle Kontakte gebracht und uns Türen geöffnet, die wir sonst vielleicht nie entdeckt hätten“, sagt Elena. Und eine der wichtigsten Lektionen? „Wir haben gelernt, dass man es nicht jedem recht machen kann und es wichtig ist, seiner Linie immer treu zu bleiben und immer hinter seinen Werten zu stehen“, so Ricarda.

6
NACHHALTIGKEIT UND ZUKUNFTSPLÄNE

LOPPI steht nicht nur für ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch für wirtschaftliche. Durch ihr Geschäftsmodell verlängern sie den Lebenszyklus von Kinderkleidung, -spielzeugen und -möbeln und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Dabei achten sie darauf, dass die verschiedenen Artikel für jedes Budget erschwinglich sind. „Wir möchten hochwertige Secondhand-Mode für alle zugänglich machen – von günstigen Basics bis hin zu besonderen Markenstücken“, erklärt Ricarda.

Außerdem kooperieren Elena und Ricarda mit Maltesern und der Caritas, um nicht verkaufte Artikel an Kinderheime und andere Bedürftige im In- und Ausland zu spenden.

Und die Zukunft? „Kurzfristig wollen wir den Laden so aufstellen, dass wir nicht mehr jeden Tag selbst vor Ort sein müssen. Langfristig können wir uns vorstellen, weitere Standorte in Deutschland zu eröffnen“, so Ricarda.

Ihr Tipp für andere Gründerinnen und Gründer? „Struktur ist alles! To-do-Listen schreiben, netzwerken und vor allem: nicht alles alleine machen. Als Team kommt man weiter. Es wird wild – aber genau das macht es spannend!“, sagen Elena und Ricarda.

Mit LOPPI haben Elena und Ricarda Weber in Rheine eine Marktlücke geschlossen – und gleichzeitig einen Ort geschaffen, der Familie, Nachhaltigkeit und skandinavische Leichtigkeit verbindet.

Lasse dich von weiteren Grünen Gründerstorys inspirieren

Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

weitere Themen