Solawi Crowdsalat: Gemeinsam Landwirtschaft neu denken

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© Solawi Crowdsalat

Wie können wir Lebensmittel fair, regional und nachhaltig produzieren? Diese Frage ließ Sophie Löbbering schon während ihres Studiums der Ökotrophologie nicht los. Gemeinsam mit ihrem Mann Sebastian machten sie aus der Idee Realität und gründeten im August 2021 die Solawi Crowdsalat im Münsterland. Heute ist der Welterhof weit mehr als ein Gemüsebetrieb – er ist ein Ort für Gemeinschaft, Bildung und neue Ideen. Wie aus dieser Vision ein lebendiges Gemeinschaftsprojekt entstanden ist, erzählt ihre Gründerstory.

  • Solidarische Landwirtschaft
  • 85 Haushalte
  • Dülmen
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AUS EINER IDEE WIRD EINE SOLAWI

Schon während ihres Studiums lernte Sophie das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) kennen. Für sie war schnell klar: Dieses Modell verbindet ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Ernährung und gemeinschaftliches Handeln auf besondere Weise. Sebastian brachte gleichzeitig seine Erfahrungen als Bauingenieur im Bereich ökologisches und nachhaltiges Bauen mit. Beide verband der Wunsch, Klimaschutz nicht nur theoretisch zu denken, sondern ganz praktisch umzusetzen.

Gemeinsam mit weiteren engagierten Menschen aus den Klimaschutzinitiativen in Dülmen und Coesfeld entstand schließlich die Idee, eine eigene Solawi im Münsterland aufzubauen. Auf der Suche nach einem passenden Ort fanden sie den Welterhof in Dülmen, der heute das Zuhause der Solawi Crowdsalat ist.

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GEMEINSAM LANDWIRTSCHAFT NEU DENKEN

Eine Solidarische Landwirtschaft funktioniert anders als klassische Landwirtschaft. Die Mitglieder finanzieren den Gemüseanbau gemeinsam für eine ganze Saison und teilen sich anschließend die Ernte. So werden sowohl Erträge als auch Risiken gemeinschaftlich getragen.

Für Sebastian ist die Solawi deshalb weit mehr als ein Gemüsebetrieb: „Wir denken Wirtschaft und Ökologie in der Landwirtschaft neu. Gleichzeitig wollen wir Menschen vernetzen, Bildungsarbeit leisten sowie Umwelt- und Naturschutz aktiv mitgestalten. Das ist uns wichtig.“

Heute versorgt die Solawi 85 Haushalte mit regionalem Bio-Gemüse. Gleichzeitig engagieren sich rund 280 Familien im gemeinnützigen Verein. Neben dem Gemüseanbau gehören Bildungsangebote, Workshops, Veranstaltungen sowie Umwelt- und Naturschutzprojekte fest zum Konzept. Darüber hinaus arbeitet die Solawi mit weiteren regionalen Betrieben zusammen – beispielsweise im Kartoffelanbau oder bei der Eiervermarktung – und schafft so ein Netzwerk nachhaltiger Landwirtschaft im Münsterland.

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MEHR ALS EIN GEMÜSEHOF

Der Welterhof ist längst zu einem Begegnungsort geworden. Jeden Freitag kommen Mitglieder zusammen, holen ihr Gemüse ab und tauschen sich aus. Bei Workshops zu nachhaltiger Ernährung, gemeinsamen Mitmachaktionen oder Veranstaltungen rund um Natur, Landwirtschaft und Gemeinschaft wird Nachhaltigkeit ganz praktisch erlebbar und Wissen weitergegeben.
Sophie beschreibt diesen besonderen Moment so: „Es ist kein Rein in den Supermarkt und wieder raus, sondern ein ‚Ich komme hierhin und sehe dich‘.“ Genau dieses Miteinander macht die Solawi Crowdsalat für viele Menschen aus.
 

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GEMEINSAM GRÜNDEN HEIẞT HERAUSFOPRDERUNGEN MEISTERN

Eine Landwirtschaft neu zu gründen, ist alles andere als selbstverständlich. Land finden, Finanzierung sichern, Fachkräfte gewinnen und bürokratische Hürden überwinden – all das gehörte zu den ersten Schritten. Hinzu kam, dass das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft vielerorts noch wenig bekannt war und zunächst erklärt werden musste.

Während Sophie und Sebastian ihre Erfahrungen in den Bereichen Community-Aufbau, Marketing und Organisationsentwicklung einbringen konnten, mussten sie sich Kompetenzen im professionellen Gemüsebau erst gemeinsam mit anderen erarbeiten. Genau darin lag eine ihrer größten Stärken: Im Verein brachte jede und jeder eigene Fähigkeiten mit – vom Gartenbau über Handwerk bis hin zu Kommunikation, Veranstaltungsorganisation oder Nachhaltigkeit.

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UNTERSTÜTZUNG AUS DER REGION UND DARÜBER HINAUS

Auf ihrem Weg nutzten Sophie und Sebastian verschiedene Unterstützungsangebote. Sie tauschten sich mit der Wirtschaftsförderung und regionalen Finanzierungspartnern wie der Sparkasse aus, informierten sich über den Gründerzuschuss und erhielten zunächst eine LEADER-Förderung, auf die weitere Programme folgten. Viele dieser Möglichkeiten mussten sie jedoch selbst aktiv erschließen, da es für ihr besonderes Konzept anfangs nur wenige passende Anlaufstellen gab.

Besonders wichtig war die Vernetzung mit anderen Solidarischen Landwirtschaften in ganz Deutschland. Bereits vor der Gründung waren Sophie und Sebastian Teil dieses Netzwerks und profitierten von Beratung, persönlichen Kontakten und den Erfahrungen anderer Solawis. Statt Konkurrenz erlebten sie eine offene Kultur des Teilens, in der Wissen, Unterlagen und praktische Lösungen selbstverständlich weitergegeben wurden – eine Haltung, die sie bis heute selbst leben.

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WAS SIE ANDEREN GRÜNDERINNEN UND GRÜNDERN MITGEBEN

Mit Blick auf ihre Gründung geben Sophie und Sebastian deshalb einen Rat weiter, der sie bis heute begleitet: „Vernetzt euch.“ Der offene Austausch mit anderen habe ihnen viele Türen geöffnet und beispielsweise dabei geholfen, Gründungsunterlagen, Erfahrungen und praktische Lösungen für den Aufbau der Solawi zu übernehmen, statt alles neu entwickeln zu müssen.

Und wenn es doch einmal schwierig wird? Dann gilt Sophies wichtigstes Learning: „Ruhig bleiben – viele Herausforderungen wirken am Anfang größer, als sie am Ende sind.“

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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