SORIWA: Trockenbau neu denken

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© SORIWA GmbH

Was passiert, wenn jahrzehntelange Erfahrung auf den Mut trifft, Gewohntes zu hinterfragen? Für Andreas Ridder und Michael Sommer war genau das der Startschuss für ihre gemeinsame Gründung. Mit SORIWA verfolgen die beiden Unternehmer aus Warendorf eine klare Vision: den Trockenbau nachhaltiger machen und dabei zeigen, dass ökologische Innovation und wirtschaftliche Praxistauglichkeit zusammengehören. Ihr Ziel war von Anfang an klar: „Wir wollten Trockenbau neu denken.“

  • Nachhaltiger Trockenbau
  • 9 Beschäftige
  • Warendorf
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MUT ZUR VERÄNDERUNG

Über 30 Jahre Erfahrung in der Holz- und Baustoffbranche haben die Gründer eines gelehrt: Bewährte Lösungen müssen nicht für immer alternativlos bleiben. Andreas Ridder und Michael Sommer kennen sich aus ihrem gemeinsamen Berufsweg und teilten schon lange den Wunsch, eigene Ideen unternehmerisch umzusetzen. Auf internationalen Märkten beobachteten sie früh neue Materialien und innovative Ansätze. Dennoch schien Stahl im Trockenbau unantastbar zu sein. „Es war für uns nicht so einfach zu akzeptieren, dass man immer nur an bekannten Werkstoffen wie Stahl alternativlos festhalten wollte“, erinnert sich Andreas Ridder.

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VOM PROFIL ZUM SYSTEM

Aus dieser Überzeugung entstand 2023 SORIWA. Zu Beginn verfolgten Andreas Ridder und Michael Sommer das Ziel, eine nachhaltige Alternative zum klassischen CW-Profil – einem Stahlprofil, das als senkrechter Ständer in Trockenbauwänden eingesetzt wird – zu entwickeln. Dafür setzten sie auf mehrschichtige Faserprofile aus recyceltem Zellstoff. Doch schon während der Entwicklung wurde ihnen klar, dass echter Fortschritt im Trockenbau nur mit einem ganzheitlichen Ansatz möglich ist. „Wenn wir wirklich eine Alternative schaffen wollen, brauchen wir ein komplettes System“, beschreibt Andreas Ridder den entscheidenden Wendepunkt.

So entstand das SORIWA Multi-System mit passenden Verbindern und weiteren Systemkomponenten, die zusammen ein vollständig stahlfreies Ständerwerk ermöglichen. Das Ergebnis ist ein ressourcenschonendes Trockenbausystem, das sich mit den gewohnten Werkzeugen verarbeiten lässt und gleichzeitig neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen setzt.

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AUS EINER IDEE WIRD REALITÄT

Bis aus der Vision ein marktreifes Produkt wurde, war es ein langer Weg. Zahlreiche Materialtests, die intensive Zusammenarbeit mit Universitäten, Prüfinstituten und Branchenpartnern sowie viele Entwicklungszyklen waren notwendig, um ein leistungsfähiges und bauaufsichtlich zugelassenes System zu entwickeln.

Dabei stellte die Entwicklung des neuen Werkstoffs das Gründerteam immer wieder vor Herausforderungen. Da mit den Faserprofilen ein völlig neues Material in den Trockenbau eingeführt wurde, mussten Brandschutz, Tragfähigkeit und Verarbeitung umfassend geprüft werden. Erst nach erfolgreichen Prüfungen und der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) konnte das System auf den Markt gebracht werden.

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VOM LABOR AUF DIE BAUSTELLE

Doch nicht nur die Produktentwicklung verlangte den Gründern einiges ab. Auch der Schritt aus einer sicheren Anstellung in die Selbstständigkeit, die Finanzierung des Unternehmens und der Aufbau eines Teams gehörten zu den größten Herausforderungen.

Nach zahlreichen Entwicklungszyklen, Prüfungen und Herausforderungen kam schließlich der Moment, auf den die Gründer hingearbeitet hatten. Für Michael Sommer war es der Bau des ersten kompletten Raums mit dem eigenen System. „Plötzlich war die Idee Realität. Wir konnten sehen, fühlen und messen, dass es funktioniert.“ In diesem Moment wurde deutlich, dass die nachhaltige Alternative zum klassischen Trockenbau nicht nur im Labor überzeugte, sondern auch auf der Baustelle.

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NACHHALTIGKEIT ALS NEUER STANDARD

Für Andreas Ridder und Michael Sommer endet die Innovation nicht beim Profil. Ihr langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer vollständig kreislauffähigen „grünen Wand“, bei der alle Komponenten – vom Profil über die Dämmung bis zur Beplankung – aus nachhaltigen Materialien bestehen.

Dabei soll Nachhaltigkeit kein Nischenprodukt sein, sondern zum neuen Standard werden. „Nachhaltigkeit sollte nicht verordnet sein, sondern selbstverständlich“, bringt Andreas Ridder die Unternehmensphilosophie auf den Punkt. Gleichzeitig sollen die Produkte wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben und sich unkompliziert in den Arbeitsalltag von Handwerk, Planung und Architektur integrieren lassen.

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BLICK IN DIE ZUKUNFT

Mit ihrem Unternehmenssitz in Warendorf und ihrer Heimat im Münsterland als Ausgangspunkt möchten Andreas Ridder und Michael Sommer zeigen, dass nachhaltige Innovation echten Fortschritt bedeutet. Langfristig sollen ihre Produkte überall dort verfügbar sein, wo nachhaltige Lösungen für den Trockenbau gefragt sind.

Anderen Gründerinnen und Gründern geben sie drei einfache, aber wichtige Learnings mit auf den Weg: mutig sein, nicht darauf warten, alles zu wissen, bevor man startet, und immer mit voller Überzeugung an die eigene Idee glauben. Denn wie Michael Sommer sagt: „Wenn man alles gibt, ist das keine Garantie für Erfolg – aber die einzige Chance, ihn zu haben.“

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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