Stoffliches Recycling von Kunststoffen

Stoffliches Recycling von Kunststoffen

Beim stofflichen Recycling von Kunststoffen wird die Polymerstruktur nahezu unverändert durch erneutes Aufschmelzen in die Sekundärprodukte überführt. Die hierbei bislang vergleichsweise geringen Einsatzmengen hängen vor allem mit den hohen Reinheitsanforderungen zusammen, die an die Kunststoffabfälle gestellt werden, damit die daraus erstellten Produkte mit Primärprodukten konkurrieren können. Schon geringe Verunreinigungen können den Aufbereitungsprozeß erheblich stören oder die physikalischen Eigenschaften eines Polymerwerkstoffs deutlich verändern.

Stoffliches Recycling von Kunststoffen
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Rein technisch gesehen ist es möglich, auch aus einem vergleichsweise heterogenen Kunststoffabfallstrom hochreine Kunststoffprodukte abzutrennen. Jedoch bedarf es dabei einer Kombination mehrerer Prozessschritte (z. B. Klaubung, sensorgestützte Sortierung, Dichtetrennung). Je höher die Steigerung des Wertstoffinhalts zwischen Einsatzstoff und Produkt sein soll, umso mehr immer feiner arbeitende Prozessschritte sind daher erforderlich, wodurch es zu einem exponentiellen Wachstum der Aufbereitungskosten kommt. Der Verkaufspreis des Sekundärkunststoffs muss diese und andere Kosten tragen und gleichzeitig mit jenem von primären Kunststoffprodukten konkurrieren können. Dies ist aufgrund der aktuell eher geringen Primärproduktionskosten der meisten Massenkunststoffe nur für ausgewählte Kunststoffsorten und Abfallfraktionen wirtschaftlich darstellbar.

Voraussetzungen zur Nutzung:

  • langfristige Versorgung mit geeigneten Abfallfraktionen in ausreichender Menge und spezifikationsgerechter Qualitäten (u. a. damit verbundener Sortier- und Vorbehandlungsaufwand zur Erreichung der geforderten Reinheit)
  • deutliche Abhängigkeit von Primärproduktionskosten/Rohölpreis

Regionale Experten:

Weiterführende Informationen:

  • Lechleitner, A., Schwabl, D., Schubert, T. et al. Chemisches Recycling von gemischten Kunststoffabfällen als ergänzender Recyclingpfad zur Erhöhung der Recyclingquote. Österr Wasser- und Abfallw 72, 47–60 (2020). doi