Bear Machines - eine Innovation kommt ins Rollen

Logo der Bear Machines GmbH
© Bear Machines GmbH

Manchmal reicht ein einziger Moment, um eine ganze Branche zu verändern. Genau so begann die Geschichte von Bear Machines: Mark Berendsen sah seinen Cousin beim mühsamen Nachschneiden eines Busreifens und entwickelte daraufhin in seiner Garage eine technische Lösung, die diesen Arbeitsprozess vereinfachen soll. Heute entwickelt das Unternehmen Maschinen für die Reifenbearbeitung mit dem Ziel, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und die Nutzungsdauer geeigneter Reifen zu verlängern. Wie daraus ein Unternehmen entstand, zeigt die Story.

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • 5 Beschäftigte
  • Heek
  • Bundespreis 2024, Innovationspreis Münsterland, Innovationspreis Handwerk
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LÄNGERE REIFENNUTZUNG IM FOKUS

Reifen sind ein bedeutender Kostenfaktor im Transportgewerbe. Bear Machines setzt beim Nachschneiden des Reifenprofils an: Nach Angaben des Unternehmens kann sich die Laufleistung geeigneter Reifen dadurch um bis zu 25 Prozent erhöhen. Ein späterer Austausch kann dazu beitragen, vorhandene Reifen länger zu nutzen und den Bedarf an Ersatzreifen zu verringern.

Zusätzlich kann das Nachschneiden den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch beeinflussen. Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Fahrzeug, Reifen, Beladung und Einsatzbedingungen ab. 

Auch wirtschaftlich kann sich die Anschaffung je nach Einsatzumfang rechnen. Nach Angaben des Unternehmens liegt die Amortisationszeit häufig bei 12 bis 18 Monaten. Maßgeblich sind dabei unter anderem die Zahl der bearbeiteten Reifen, die jährliche Laufleistung und die jeweiligen Betriebskosten.

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DAS GESCHÄFTSMODELL: MASCHINENVERKAUF IM FOKUS

Das Herzstück von Bear Machines ist der Verkauf der Bear-Cut-Maschinen. Kunden von Speditionen über Busunternehmen bis hin zu Reifendiensten können so den Nachschneideprozess direkt in der eigenen Werkstatt umsetzen. Die Maschine ist modular aufgebaut, kann Reifen mit oder ohne Felge bearbeiten und verfügt über ein digitales Tiefenmesssystem sowie ein cleveres Spannsystem – effizient und sicher in der Anwendung.

Zusätzlich gibt es eine mobile Variante, mit der das Unternehmen Reifen direkt beim Kunden vor Ort nachschneiden kann. Im Kern geht es jedoch darum, dass Unternehmen selbst in die Lage versetzt werden, Reifen langlebiger und profitabler einzusetzen.

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UNTERSTÜTZUNG AUS DEM MÜNSTERLAND

Der Schritt von der Garagenidee zum marktreifen Produkt gelang nicht allein. Am maakwi Campus in Heek fand Mark Berendsen die perfekte Umgebung: Gründerförderung, Kapital, Werkstätten und ein starkes Netzwerk. Gemeinsam mit Campus-Leiter Markus Niewerth wurde aus dem Nebenprojekt ein echtes Start-up.

Über dieses Netzwerk entstand auch der Kontakt zu Josef Warmeling, einem erfahrenen Branchenexperten aus Altenberge. Er erkannte das Potenzial sofort, brachte die ersten Maschinen in den Markt und öffnete das Tor zur Internationalisierung. Sein Credo: „So etwas verkauft man nicht online, sondern durch Vertrauen.“

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HERAUSFORDERUNGEN UND FINANZIERUNG

Vom ersten Prototypen bis zur Serienreife steckte Mark Berendsen enorm viel Arbeit in das Projekt. Er startete damit zunächst neben seinem Vollzeitjob – oft bis spät in die Nacht, parallel zu Familie und Hausbau. „Sekt oder Selters – ganz oder gar nicht“, erinnert er sich an die Entscheidung, 2023 endgültig den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Möglich wurde das durch die Unterstützung am maakwi Campus in Heek, der nicht nur Räume und Maschinen bereitstellte, sondern auch Kapital und Kontakte. Hinzu kamen Förderungen und Auszeichnungen wie der Bundesinnovationspreis, der Innovationspreis Münsterland, der Innovationspreis Handwerk und das Gründerstipendium NRW. Einen wichtigen Schub brachte schließlich auch Josef Warmeling, der 2024 als Gesellschafter und Vertriebspartner einstieg.

Mut und Mühe haben sich gelohnt: Aus einer Garagenidee ist ein wachsendes Start-up entstanden, das heute den Reifenmarkt verändert.

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STARKES TEAM, STARKES NETZWERK

Heute besteht das Team aus Mark Berendsen als Ideengeber und Ingenieur, seinem Cousin Stephan Berendsen, der für die Organisation und das Marketing zuständig ist, Ludger Gaußling als Investor und Josef Warmeling im Vertrieb. Gemeinsam bündeln sie technisches Know-how, Organisationstalent, Kapital und Branchenkontakte – die Basis für den Erfolg von Bear Machines.

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VISION FÜR DIE ZUKUNFT

„Unsere Maschine soll in möglichst vielen Werkstätten stehen“, sagt Mark Berendsen. Die Ziele: Reifenabfälle massiv reduzieren, Spritverbrauch senken und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Branche steigern. Der nächste Schritt ist bereits eingeleitet, Bear Machines bereitet die Internationalisierung vor, zunächst mit Fokus auf Österreich, Schweiz, Luxemburg und Frankreich.

Was Mark und sein Team anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben möchten: Mut haben, früh mit der Idee rausgehen, Feedback einholen, offen für Kritik bleiben. Und Partner suchen, die mehr als nur Geld mitbringen.

Die Gründerstory zeigt, wie aus einer technisch, cleveren Idee im Münsterland ein Geschäftsmodell für die Transportbranche entstanden ist – mit dem Ziel, Reifen länger nutzbar zu machen und betriebliche Abläufe wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Bear Machines GmbH gewinnt den Innovationspreis Münsterland 2024

Die Sieger des Innovationspreises Münsterland 2024
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

Mark und Stephan wurden mit ihrer innovativen Idee und der Entwicklung der halbautomatischen Reifennachschneidemaschine „Bear-Cut“ sowie der Gründung der Bear-Machines GmbH in der Kategorie „Klein und pfiffig“ mit dem renommierten Innovationspreis Münsterland ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt den hohen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Effizienz und zeigt die Innovationskraft der Unternehmen im Münsterland.

Weitere Informationen zum Innovationspreis Münsterland und zur Preisverleihung findest du hier.

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Fotoshooting bei Urbanhive
© Münsterland e.V. / Philipp Fölting

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