BeTeBe aus Vreden hat zusammen mit der FH Münster ein Produkt zur Trennung von Gärresten entwickelt.
© FH Münster
Innovation Story
VaKuSep

Das Beste aus der Gülle herausholen

Unternehmen und Hochschule entwickeln Produkt zur Trennung von Gärresten bis zur Marktreife

Kooperationspartner BeTeBe und FH Münster

Ohne Nährstoffe kein Wachstum – deshalb ist der Einsatz etwa von Phosphor in der Landwirtschaft essenziell. Doch wie lassen sich Nährstoffe wie Phosphor bedarfsgerecht einsetzen und Gülleüberschüsse optimal verwerten? Die Vredener Firma BeTeBe hat zusammen mit der FH Münster eine Lösung entwickelt.

Erfahre auf dieser Seite mehr über die Innovation aus dem Münsterland.

BeTeBe, Vreden

BeTeBe entwickelt saubere Lösungen für innovative Stalleinrichtungen. Die Vision des Unternehmens: Den Landwirtinnen und Landwirten sowie ihren Tieren durch Innovationen ein beschwerdefreieres und artgerechteres Miteinander zu ermöglichen – auch in Zukunft. Das 1998 gegründete mittelständische Unternehmen hat rund 50 Beschäftige und arbeitet auf rund 3200 Quadratmetern Betriebsfläche.

FH Münster, Campus Steinfurt

An der FH Münster studieren etwa 15.000 Studierende an den Standorten Münster und Steinfurt. Der Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt geht die Herausforderungen unserer Zeit an: erneuerbare Energien, saubere Luft, einwandfreies Trinkwasser und effiziente Heizsysteme.

Herausforderung: Phosphorbestand optimal nutzen

Phosphor ist essenziell, damit Pflanzen gut wachsen und keine Mangelsymptome zeigen. Allerdings gibt es Regionen, in denen Böden ausreichend oder zu viel Phosphor enthalten, und Regionen, in denen Böden einen Phosphorbedarf haben. Phosphor wird grundsätzlich als Mineral für den Pflanzenanbau im Boden benötigt. Deshalb wird den Böden Phosphor oft als Mineraldünger zugeführt, das aus fossilen Lagerstätten stammt. Doch dieser Bestand ist endlich.

Wertvolle Nährstoffe wie Phosphor finden sich aber natürlich auch in landwirtschaftlichen Reststoffen wie zum Beispiel Gülle oder Gärresten aus Biogasanlagen. Doch wie lassen sich etwa Gülleüberschüsse verwerten und wie lässt sich Phosphor recyceln, um den Phosphorbestand optimal auszunutzen und den Böden nur so viele Nährstoffe zuzuführen wie nötig? Gemeinsam mit der FH Münster suchte das Vredener Unternehmen BeTeBe nach Antworten.

Lösungsansatz: Ein Feinseparator zum Trennen von Substraten

So sieht der entwickelte Separator aus.
© FH Münster

Wie gelangt man an das Phosphor in der Gülle? Um hierfür eine Lösung zu entwickeln, tat sich das Vredener Maschinenbauunternehmen BeTeBe mit dem Forschungsteam von Dr. Elmar Brügging vom Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt der FH Münster zusammen. Gemeinsam starteten sie ein aus Mitteln der landwirtschaftlichen Rentenbank gefördertes Forschungsprojekt. Darin entwickelten sie innerhalb von zwei Jahren einen sogenannten Feinseparator: den VakuSep.

Der Feinseparator ermöglicht es, Substrate voneinander zu trennen. Schweinegülle zum Beispiel kann damit in eine flüssige Phase und eine phosphorreiche feste Phase getrennt werden – und das kostengünstig und ohne großen Aufwand. In diese Bestandteile getrennt lässt sich die Schweinegülle nicht nur besser transportieren. Der Separator ermöglicht es den Anlagenbetreiber auch, Einfluss auf die eigene Nährstoffbilanz zu nehmen und eine bedarfsgerechtere Düngung mit den eigenen Düngerressourcen zu erreichen.

Erfolg: Marktreife Innovation "VaKuSep"

Der durch den VaKuSep abgetrennte Nährstoff ist auch ein guter Biogaslieferant für Biogasanlagen.
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Das Team aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelte den Feinseparator bis zur Marktreife, dieser ist nunmehr unter dem Namen „VakuSep“ frei verkäuflich. Von Anfang an achteten die Akteure darauf, dass sich der Feinseparator gut in die Abläufe von landwirtschaftlichen Betrieben und Anlagen integrieren lässt. Außerdem gibt es zusätzliche Module, mit denen das System erweitert und die Leistung je nach Anforderung gesteigert werden kann.

Der VakuSep ist eine kostengünstige Separationsanlage, der spezifisch für jeden Betrieb ausgelegt und betrieben werden kann. Der abgetrennte Feststoff hat zudem einen hohen Nährstoffgehalt. Er lässt sich dank des deutlich geringeren Wassergehaltes besser und günstiger transportieren und ist ein guter Biogaslieferant für Biogasanlagen.

Möglich wurde der Erfolg nur durch die gute Kooperation zwischen dem kleinen mittelständischen Unternehmen und der Hochschule. Denn auf sich alleine gestellt hätte BeTeBe nicht über die nötigen Forschungs-Kapazitäten verfügt, um so ein Gerät zu entwickeln. Umso glücklicher war Geschäftsführer Franz Zwiers über die Zusammenarbeit mit der FH-Münster, – bei der auch der kurze Dienstweg zwischen dem BeTeBe-Standort in Vreden und dem FH-Campus in Steinfurt ein großer Vorteil war.

Enabling Networks Innovation Stories

Als regionale Verbundinitiative unterstützt Enabling Networks Münsterland Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Um zu zeigen, wie innovativ und gleichzeitig kooperativ das Münsterland auch jetzt schon ist, ist das Projekt zudem auf die Suche nach innovativen Kooperationsprojekten aus der Region gegangen. Die Ergebnisse sind auf dieser Seite dargestellt. Das Projekt Enabling Networks Münsterland wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

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