Drug delivery Systems
Die Verpackung bereits etablierter Wirkstoffe in Nanomaterialien kann zu verbesserten Eigenschaften führen und mehr Stabilität, verstärkte Wirkung und/oder verminderte Nebenwirkung aufgrund ziel- oder gewebegesteuerter Einschleusung an den Wirkort erzielen. Sie können instabile, nicht membrangängige oder schwerlösliche Wirkstoffe aufnehmen, schützen, transportieren und verfügbar machen sowie toxische Effekte durch Verpackung des Wirkstoffs reduzieren, wenn sie als Carrier fungieren.
Sie sind aufgrund ihrer geringen Größe, chemischen Natur und entsprechender Oberflächenmodifikation in der Lage, biologische Schranken (Barrieren) wie z. B. die Blut-Hirn-Schranke, das Riechepithel, die Darmschleimhaut oder die Haut zu überwinden. Weiterhin können ihre Oberflächen mit Molekülen funktionalisiert werden, die gegen die Erkennung durch das Immunsystem schützen und eine selektive Anreicherung am Wirkort ermöglichen (Targeted Delivery) oder sie können auf externe oder ortspezifische Reize hin am Wirkort den Wirkstoff in den Zielzellen freisetzen (Triggered Release). Nanoskalige Formulierungen können auch bei sog. „controlled release“-Systemen eine Rolle spielen, wo eine zeitlich und lokal vordefinierte Freisetzung eines Therapeutikums über einen längeren Zeitraum angestrebt wird.
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Voraussetzungen zur Nutzung:
- Produktion im Industriemaßstab unter GMP-Bedingungen
- Möglichkeiten zur Anpassung an moderne Produktionsformen
- Beachtung der Zulassungsregularien für Nanobiomaterialien
- Entwicklung von Prozessen für Up-Scaling
- Gewährleistung der Redispergierbarkeit der formulierten Nanopartikel
- Untersuchung der Life-Cycle-Analysen für Umwelteffekte
Regionale Experten:
Institut für Anorganische Chemie, WWU Münster
- Nachweis von Nanomaterialien in Geweben
Center for Soft Nanoscience, WWU Münster
- Funktionelle Nanobiomaterialien, lokale Medikamentenverabreichung, 3D-Bioprinting
Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie, WWU Münster
- • Drug Targeting mittels Nanotechnologie, zielspezifische Tumortherapie, Formulierung von Arzneistoffen
Chemieingenieurwesen, FH Münster