Regionales Management von Stoffströmen aus anthropogenen Lagern
Rohstoffe werden aus ihren natürlichen Lagerstätten entnommen und zu Infrastrukturen, Gebäuden und Gütern des täglichen Gebrauchs umgewandelt. In dieser Form verbleiben sie oft lange Zeit und bilden ein anthropogenes Materiallager, das in vielschichtigen Stoffwechselbeziehungen zu seiner Umgebung steht. Damit weisen sie eine Analogie zu natürlichen Rohstoffvorkommen auf.

Ihre Bedeutung als potenzielle Sekundärrohstoffquelle wird zunehmend erkannt. Dabei sind die zurückgewinnbaren und nutzbaren Mengen insbesondere abhängig von den verfügbaren Recyclingtechniken und der Wirtschaftlichkeit eines hochwertigen Recyclings im Vergleich zur Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen. Insbesondere für die Wiedernutzung der mineralischen Fraktionen, die den Großteil dieser Lager ausmachen, sind vor allem regionale Gegebenheiten (z. B. Primärrohstoffvorkommen, Entsorgungskapazitäten) und strukturelle Entwicklungen (z. B. Baustoffbedarf) der einzelnen Regionen entscheidende Faktoren. Entsprechende Ansätze zur effizienten Nutzung dieser Potenziale werden derzeit im Rahmen verschiedener Initiativen und Forschungsprojekte entwickelt.