Schloss Sythen
Schloss Sythen in Haltern am See ist eine typisch westfälische Burganlage: Historische Backsteingewölbe, rosenumwachsene Mauern, ein knarrendes Holzportal am Torhaus mit der alten Backsteinfassade und die urige kleine Kapelle verleihen der über tausend Jahre alten Wasserschloss-Anlage einen ganz besonderen Charme. Und doch fehlt ein entscheidenes Detail: das Schloss.
Vom Adelssitz zum Kindergenesungsheim
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die germanische Wall- oder Fliehburg „Sitina“ im Jahr 758 unter dem damaligen König Pippin. Im Laufe der Zeit lebten verschiedene Adelsfamilien auf der Anlage, die ihre baulichen Spuren hinterlassen haben. Die Reste aus rotem Backstein zeigen sofort, dass Sythen echter Westfale ist. Ganz anders muss das Herrenhaus von 1845 gewirkt haben, dass mit Säulenarkatur und mondänem Gesamteindruck rund 100 Jahre die Anlage komplettierte. Mitte des 20. Jahrhunderts sollte das Schloss einen ganz neuen Zweck erfüllen: Der Caritasverband richtete in den Räumen ein Kindergenesungsheim ein. Nachdem verschiedene Umbauarbeiten in den 1970er-Jahren nicht mehr umgesetzt werden konnten, drohte der gesamten Anlage der Verfall. 1972 wurde das Herrenhaus abgerissen. Dem Schützenverein Sythen ist es zu verdanken, dass das Ensemble in seiner heutgen Form noch erhalten ist, denn erst 1989 konnte die Stadt Haltern am See das Anwesen erwerben und schließlich „retten“.

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