Auf den historischen Wegen der Friedensreiter Friedensroute © Tourismusverband Osnabrücker Land
Auf den historischen Wegen der Friedensreiter
Friedensroute

Friedensroute

Auf der Friedensroute befahren Sie Weltgeschichte. Fünf Jahre wurde in den Städten Münster und Osnabrück um den Frieden und das Ende des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland gerungen. Nachrichten und Neuigkeiten zwischen den beiden Verhandlungsorten wurden durch die Friedensreiter ausgetauscht. Folgen Sie den historischen Wegen der berittenen Boten mit einer Radtour auf der Friedensroute. Es erwarten Sie geschichtsträchtige Orte, versteckte Geheimnisse und wunderbare Landschaften.

Der Auftakt in der Friedensstadt Münster

Die Friedensstadt Münster ist Ausgangspunkt für beide Routen der Friedensroute. Das historische Rathaus von Münster mit dem berühmten Friedenssaal befindet sich direkt am Prinzipalmarkt. Das Stadtbild von Münster zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Unter den malerischen Bogengängen und auf dem Platz pulsiert das Leben der Stadt. Nur wenige Meter entfernt locken der Dom, der Erbdrostenhof, die St. Lamberti-Kirche und zahllose weitere Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen zu einer Stadtbesichtigung. Sofort fällt auf: Hier gehen Moderne und Tradition Hand in Hand nebeneinander.

Auf dem Westkurs der Friedensroute

Von der Ems zum Balkon des Münsterlandes

Kurz hinter Münster übernimmt die münsterländer Parklandschaft die Hauptrolle. Das sehenswerte Naturschutzgebiet der Rieselfelder und der malerische Ort Gimbte liegen auf dem Weg nach Greven. Die Emsauen und die Ems sind Ihre Begleiter bis in die Emsstadt. Die Rekonstruktion eines 1200-jährigen Sachsenhofs führt Sie zurück ins Mittelalter. Über die geschichtsträchtige "Alte Post" in Ladbergen führt der Radweg zu den Ausläufern des Tecklenburger Landes. Die hügelige Landschaft ist ein Paradies für Radfahrer. Wunderschöne Panoramablicke entschädigen für die eine oder andere Steigung. 

Am Haus Marck, einem der Schauplätze der Vorverhandlungen, sollten Sie unbedingt einen Abstecher in die herrliche Altstadt von Tecklenburg machen. Der von Fachwerkhäusern gesäumte Marktplatz wird Sie verzaubern. Am Fuße des Teutoburger Waldes strebt die Friedensroute Lengerich entgegen. An dem heutigen Rathausplatz wurde ein weiteres Kapitel Weltgeschichte geschrieben, die bis heute nachwirkt. Malerisch liegt wenige Kilometer weiter die Innenstadt von Lienen vor Ihnen.

Auf historischen Wegen durch den Teutoburger Wald

Das Schloss von Bad Iburg thront über dem hübschen Ort. Eine Besichtigung des Rittersaals sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Der Kneipp-Kurort markiert auch gleichzeitig den Zusammenschluss von West- und Ostkurs. Streuobstwiesen prägen die Umgebung von Hagen a.T.W., das sich sein schönes Stadtbild erhalten konnte.

Rund um Hasbergen, schon in Sichtweite von Osnabrück, mehren sich die Zeugnisse der Industriekultur. Ein echtes Erlebnis ist die Führung durch den Silberseestollen im Naturpark TERRA.vita zwischen Hagen a.T.W. und Hasbergen. 

Wenige Meter weiter haben Sie Osnabrück erreicht. Mittelpunkt der Stadt ist der wunderschöne Marktplatz mit dem historischen Rathaus, in dem sich der Friedenssaal befindet. Erkunden Sie die Stadt bei einer Stadtführung, bummeln Sie durch die Einkaufsstraßen und genießen Sie das große gastronomische Angebot.

Auf dem Ostkurs der Friedensroute

Wer die Friedensroute als Rundkurs fährt, biegt aus Osnabrück kommend bei Bad Iburg in den Ostkurs ein. Schnell ist die ebene münsterländer Parklandschaft erreicht. In Ostbevern überrascht der schöne Park der Loburg. Die ruhigen Wege führen durch eine wildromantische Landschaft aus Rhododendren, Bäumen und kleinen Teichen.

Telgte - ein geschichtsträchtiger Ort mit zauberhafter Altstadt

"Romantisch" ist auch die richtige Beschreibung für den kleinen Ort Telgte. Kleine Gassen ziehen sich durch den schmucken Ort, verbreitern sich zu gemütlichen Plätzen, um dann hinter der nächsten Biegung wieder neue Perspektiven zu eröffnen. Achten Sie bei einem Rundgang auf die vielen in der Stadt verteilten Skulpturen. Schmuckstück der Stadt ist die Wallfahrtskapelle mit dem Bildnis der "Schmerzhaften Mutter". 1654 legte der münsterische Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen persönlich den Grundstein des barocken achteckigen Bauwerks.

Seine Verbindung zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und der Literatur erhielt Telgte durch das Buch "Das Treffen von Telgte" von Günter Grass. In dem fiktiven Treffen diskutieren zahlreiche deutsche Dichter über den Westfälischen Frieden und die Lage der deutschen Sprache.

Eine besondere Empfehlung ist der Besuch des Westfälischen Museums für religiöse Kultur "RELíGIO". Neben vielen interessanten Exponaten ist das Telgter Hungertuch von besonderer Bedeutung. 

Stationen der Geschichte auf der Friedensroute

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Das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster Das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster
© Presseamt Münster
Rathaus des Westfälischen Friedens

Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges stand Münster im Mittelpunkt der Weltgeschichte. Fünf Jahre wurde in komplizierten Verhandlungen um den Frieden gerungen.  Die Verkündung des Westfälschen Friedens 1648 hat für Münster als Friedensstadt bis heute entscheidenden Einfluss auf das Leben in der Stadt. Der Friedenssaal im historischen Rathaus erzählt eindrucksvoll die Geschichte dieser Zeit.

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Die Alte Post in Ladbergen Die Alte Post in Ladbergen
© Münsterland e.V.
Alte Post Ladbergen

Der kleine Ort Ladbergen war die Bühne für die ganz große europäische Politik. Auf halben Wege zwischen Münster und Osnabrück trafen sich hier die beiden Parteien zu Vorverhandlungen des Westfälischen Friedens. Diskret konnten hier besonders schwierige Fragen erörtert werden. Das Gasthaus zur Post wurde zur Drehscheibe der Verhandlungen und bald auch wichtige Poststation. Stallungen für zwölf Pferde und vier Zimmer standen für Reisende bereit.

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Haus Marck an der Friedensroute Haus Marck an der Friedensroute
© Münsterland e.V.
Haus Marck

Eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges spielte das Haus Marck in Tecklenburg. Bereits 1643 fanden hier zwischen den Friedensstädten Osnabrück und Münster wichtige Vorverhandlungen zwischen den verschiedenen Mächten statt. Haus Marck kann heute bei Führungen besichtigt werden. Regelmäßig gibt es hochklassige Schlosskonzerte.

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Blick auf Lengerich Blick auf Lengerich
© Münsterland e.V.
Rathausplatz Lengerich

Das „Lengericher Conclusum“, welches zum ersten Mal im deutschen Reich ein Mitspracherecht aller Reichsstände in innen- und außenpolitischen Fragen markierte, war das Ergebnis der Vorverhandlungen 1645 in Lengerich. Das damals genutzte Haus von Eberhard Koch stand am heutigen Rathausplatz. Das Gedankengut des "Lengericher Conclusum" wirkt bis heute und war ein Grundpfeiler für den Zusammenschluss der Vereinten Nationen.

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Schloss Iburg an der Friedensroute Schloss Iburg an der Friedensroute
© Tourismusverband Osnabrücker Land / Helmut Schmidt
Schloss Iburg

Es dürfte wohl einmalig sein, dass in einem Schloss eine katholische und eine evangelische Kirche beheimatet sind. Die wechselvolle Geschichte als Sitz der Fürstbischöfe von Osnabrück machte es möglich. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss schwer beschädigt. 1714 wurde hier die erste Königin Preußens geboren. Besonders sehenswert ist der Rittersaal.

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Das historische Rathaus von Osnabrück Das historische Rathaus von Osnabrück
© Tourismusverband Osnabrücker Land / Dieter Schinner
Rathaus Osnabrück

Im Rathaus von Osnabrück wurde ohne jede Übertreibung Weltgeschichte geschrieben. Der Deutsche Kaiser und die Königin von Schweden verhandelten hier Teile des Westfälischen Friedens, der am 24. Oktober 1648 verkündet wurde. Neu war die Beteiligung zahlreicher kleinerer Staaten - eine gesamteuropäische Friedenskonferenz. Der Friedenssaal der Stadt gibt eindrucksvoll Zeugnis der fünfjährigen Verhandlungen.

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Die Wallfahrtskirche von Telgte Die Wallfahrtskirche von Telgte
© Münsterland e.V.
Wallfahrtskapelle Telgte

Die achteckige Kapelle ist das erste Bauwerk in direkter Folge des Westfälischen Friedens. Das circa 1370 aus Pappelholz geschnitzte Bildnis der "Schmerzhaften Mutter" begründet Telgtes Stellung als überregionaler Wallfahrtsort. 1654 legte der Fürstbischof von Galen persönlich den Grundstein für den Bau der Kapelle in der vom Krieg verwüsteten Region.

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Die Friedensroute auf einen Blick

  • 175 km
  • Rundkurs
  • mittel
  • ausgeschildert
  • Mehrtagestour
  • Geschichte/Natur
  • Münster
  • Greven
  • Ladbergen
  • Tecklenburg
  • Lengerich
  • Lienen
  • Bad Iburg
  • Hagen a.T.W.
  • Hasbergen
  • Osnabrück
  • Bad Laer
  • Glandorf
  • Ostbevern
  • Telgte

Insider-Tipp

Abkürzen erlaubt

Wenn Ihnen die gesamte Strecke für eine Radtour zu lang ist, nutzen Sie doch einfach die hervorragende Bahnverbindung zwischen Osnabrück und Münster. Die Intercity- und Regionalzüge benötigen ca. 30 Minuten für die Strecke zwischen den beiden Friedensstädten. Da würden selbst die Friedensreiter staunen.

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